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Grünes Band: Tour 6 - Auf den Spuren des Blauen Goldes

Wandern
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01/01 Schiefertafelmuseum Ludwigsstadt

Rundwanderung zwischen Ludwigsstadt und Lehesten

Ausgangspunkte: Ludwigsstadt, Parkplatz am südlichen Ortseisngang an der Abzweigung nach Ottendorf, zu erreichen über die B 85. Wegebeschaffenheit: gut begehbares Forstwege. Wegemarkierungen: Bergbausymbol "Schlägel & Eisen" zwischen Ludwigsstadt und Lehesten, danach gelber bzw. grüner Balken sowie der Mantelburgweg mit der blauen "12".

Tourbeschreibung: Die "Steinerne Heide" - der Höhenrücken nördlich des
Rennsteigs zwischen dem Loquitz- und dem Sormitztal - war das Zentrum
der Schiefergewinnung im fränkisch-thüringischen Mittelgebirgsraum. Das
gesamte Bergbaurevier beiderseits der Landesgrenze reicht von Steinach
bei Sonneberg im Westen bis Untertiefengrün bei Berg im Osten. In
Lehesten ist der Schieferabbau seit dem 15. Jahrhundert belegt. Die
Blütezeit des Lehestener Schieferbergbaus war das 19. Jahrhundert, als
sich das Naturgestein für die Unternehmer als "Blaues Gold" erwies.

Während in Lehesten große Mengen Dach- und
Wandschiefer produziert wurden, lebte man im Raum Ludwigsstadt von einem
Spezialprodukt: Bis 1970 wurden Schiefertafeln für den weltweiten
Export gefertigt, bis 1989 entstanden noch einzelne Exemplare als
Sonderanfertigungen für nostalgische Zwecke.

In Ludwigsstadt folgen wir den Bergbau-Symbolen in
der Lehestener Straße bis ins benachbarte Ottendorf. Kurz vor dem
Dorfende halten wir uns rechts und gelangen über die Ottendorfer Straße
an den Nordhang des Winterberges. Östlich der beiden Diabas-Steinbrüche
erreichen wir das Grüne Band entlang eines großteiligen Mosaiks aus
extensiv bewirtschafteten Wiesen und Waldflächen. Die ökologische
Bedeutung liegt hier vor allem in der Vernetzung dieser Lebensräume mit
einem Naturschutzgebiet und einem Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Gebiet im
Bereich der ehemaligen Lehestener Schiefergruben.

Wir überqueren die Landesgrenze auf dem
Loquitzviadukt - der wahrscheinlich weltweit einzigen Brücke aus
Schiefer. Sie gehörte zur Bahnstrecke von Ludwigsstadt nach Lehesten,
die 1885 wegen der wirtschaftlichen Bedeutung des Schiefers als erste
Lokalbahn der Region eröffnet wurde. Nach dem Krieg fuhren
"Transit-Züge" von Probstzella über Ludwigsstadt nach Lehesten, bis die
DDR den Bahnverkehr am 12. Juli 1951 einstellte.

Südlich von Lehesten erreichen wir das Gelände des
Museums-Komplexes "Technisches Denkmal Historischer Schieferbergbau
Lehesten". Hier wurde das Blaue Gold einst über und unter Tage abgebaut.
Im Tagebau endete die Schiefergewinnung 1973. Im Bergwerk wurde der
Abbau dagegen erst 1999 eingestellt. Die folgende Ära als
Besucherbergwerk endete aus Kostengründen bereits nach zwei Jahren. Mit
der Abschaltung der Wasserpumpen im Jahr 2006 begann die Flutung des
Tagebaus. Im Laufe mehrerer Jahre entstand ein über zehn Hektar großer
See. Dies führte zum Verlust alter und zur Entstehung neuer Lebensräume.

Bereits seit 2001 steht das 90 Hektar große Gebiet
unter Naturschutz. Auf engstem Raum gibt es hier zwei kleinklimatische
Extreme: In den Sommermonaten erwärmt die Sonne das dunkle
Schiefergestein der Halden auf über 60 Grad Celsius. In den schattigen
Senken bleibt es dagegen kühl und feucht. Insgesamt wurden hier 1100
verschiedene Tier- und Pflanzenarten nachgewiesen, davon 170 Arten der
Roten Liste. Zur Flora des Naturschutzgebietes gehören unter anderem
Bartflechte, Eisenflechte, Lanzen-Schildfarn, Orchideen und
Mykorrhiza-Pilze, zur Fauna Uhu, Schwarzspecht, Rauhfußkauz,
Sperlingskauz, Kreuzotter und Schlingnatter.

Auf dem Schieferpfad erreichen wir Lehesten (siehe
dazu Tour 7). Für den Rückweg nach Ludwigsstadt gehen wir zur
Dachdeckerschule. Dort folgen wir dem Weg, der nach Nordwesten durch
eine kleine Allee führt und mit einem gelben Balken markiert ist. Der
ehemalige Wachturm auf dem Lehestener Berg befindet sich etwa einen
Kilometer von der Landesgrenze entfernt. Am Osthang des Berges verlassen
wir den gelb markierten Rundweg und folgen geradeaus den Markierungen
mit dem grünen Balken.Auf diesem Forstweg überqueren wir
geradeaus die Landesgrenze. Kurz bevor dieser Weg die Straße nach
Steinbach an der Heide erreicht, folgen wir links der blauen "12" nach
Ludwigsstadt. Beim Abstieg am Sommerberg bietet sich dem Wanderer ein
schöner Blick über das tief eingeschnittene Loquitztal.

Weitere Infos

Tipp 1: Das Schiefermuseum in der Lauensteiner Straße 44 in Ludwigsstadt zeigt die vielseitige Verwendbarkeit des Schiefers und speziell die Arbeitsgänge bei der Schiefertafelherstellung. Das Museum ist ganzjährig von Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Infos unter Tel. 09263 974541 und www.schiefermuseum.de.

Tipp 2: Das Gelände des Technischen Denkmals Historischer Schieferbergbau Lehesten ist jederzit zugänglich. In der historischen Göpelschachtförderanlage und in der Spalthütte finden von März bis Oktober Führungen statt: Dienstag bis Sonntag um 10 und 13 Uhr, Freitag um 10 Uhr sowie Samstag und Somnntag um 10:30 und 14 Uhr. Für Gruppen können Termine unter Telefon 036653 26270 und www.lehesten.de vereinbart werden.

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Anfahrt

Anfahrt mit PKW nach Ludwigsstadt, Parkplatz am südlichen Ortseingang an der Abzweigung nach Ottendorf, zu erreichen über die B 85.

Anfahrt (ÖPNV)

ÖPNV-Anschluss mit Regionalzügen aus Saalfeld  oder Lichtenfels / Kronach (vom Bahnhof sind es 700 m zum Parkplatz, im Stadtzentrum rechts entlang der B 85 halten), oder ab Lehesten.
Tourinfos

Über diese Tour

Startort: Beginn der Tour Schwierigkeit: schwer Dauer: 5.3 h Länge: 16.8 km Höhenmeterdifferenz: 411 m Maximale Höhe: 680 m Minimale Höhe: 438 m

Service

Rundweg
Einkehrmöglichkeit

Was zeichnet die Tour aus

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96317  Kronach

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