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Proßer Leitenweg RWF 63

Wandern
FWV -

01/01 Markierungszeichen von FWV

Der Glanzpunkt dieses Rundwanderweges ist neben anderen, zahlreichen Sehenswürdigkeiten, die Tanzlinde am neu gestalteten Zentrum in Peesten. Zu der erstmals 1637 erwähnten, wohl in der z...


Der Glanzpunkt dieses Rundwanderweges ist neben anderen, zahlreichen Sehenswürdigkeiten, die Tanzlinde am neu gestalteten Zentrum in Peesten. Zu der erstmals 1637 erwähnten, wohl in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts gepflanzten alten Tanzlinde führten nach einer Beschreibung von 1858  22 Stufen zu der von Geäst überdeckten, mit Bohlen belegten Tanzfläche (87 m²). Grün gestrichen waren die Umfassungswände, an denen sich die Äste hinzogen. Der Saal wurde durch eine Tür betreten, und 11 Fensteröffnungen (90x120 cm) spendeten Licht und gaben eine weite Aussicht frei. Der Tanzsaal stand auf 12 steinernen Säulen und maß vom Boden bis zur Decke 2,10 m. Die heutige Linde wurde im Jahre 1951 an der Stelle ihrer abgestorbenen Vorgängerin gepflanzt; der Tanzboden wurde dem historischen Vorbild nachgebaut.



Auf den Kulmbacher Rundwanderwegen am Frankenweg lernen wir einen schönen Teil des Frankenweges und das reizvolle Gebiet des Kulmbacher Umlandes im Maintal mit vielen historischen Stätten kennen.



Auf dem Proßer Leitenweg starten wir in Melkendorf oder am Ende der Thurnauer Straße an der Sportanlage des TSV 08 Kulmbach (P und E). Nach O. Schmidt wurde das gestreckte Haufendorf Melkendorf (R. Lenker) schon vor dem Jahr 1000 zum ersten karolingischen Gerichtsort bestimmt; zur gleichen Zeit entstand auch dort die Urpfarrei, zu der auch kulma gehörte. Nach mehreren Deutungen gilt es als die wahrscheinlichste, dass das Dorf nach der Maleiche (dem Gerichtsbaum) benannt worden ist. 1303 hieß der Ort noch Melchendorf, seit 1317 trägt er seine heutige Bezeichnung. Neben dem Melkendorfer Centgericht war der Ort auch Sitz der Hauptkirche. Noch vor der Gründung des Bistums Bamberg (1007) wurde die Kirche vom Bistum Würzburg gebaut. Zu dieser Urpfarrei gehörten neben Kulmbach nicht weniger als 13 Orte, bis in den Jura hinein. Im Laufe der Zeit wurden die Tochterkirchen abgetrennt (man soll die Kirche im Dorf lassen).



Erwähnenswert ist noch (nach O. Schmidt), dass die Melkendorfer Dorfstraße zu den ältesten und wichtigsten Altstraßen in dieser Region zählt. Diese wichtige O-W-Verbindung wurde schon im Mittelalter die hohe straße genannt, auf der die Hohenzollern bis weit in den Jura hinein die Geleitrechte ausübten.



Wir verlassen Melkendorf mit dem Edelmann-Ringweg auf der Ortsstraße in Richtung Kulmbach und zweigen nach dem Ortsende nach rechts in die Straße in Richtung Oberkodach ab. An einer Gabelung wählen wir den nach links führenden Weg, auf dem wir bald die Sportanlagen am Rande Kulmbachs erreicht haben (2 km). Wir umrunden die Sportstätten, laufen auf dem leicht steigenden Weg in südlicher Richtung und überqueren nach etwa 700 m bei einer Sitzgruppe den Edelmann Ringweg sowie den Verbindungsweg Melkendorf-Mangersreuth.



Der schöne Blick auf das Rotmaintal, der Rote Main entspringt im Lindenhardter Forst und vereinigt sich bei Steinenhausen mit dem Weißen Main zum Main, und sein Umland begleiten uns, wenn wir meist im Freien durch die weite Tallandschaft wandern. Nach der Unterquerung einer Hochspannungsleitung überschreiten wir den Krummer-Lachengraben und kommen zur Straße Melkendorf-Unterzettlitz, der wir ca. 200 Meter in Richtung Unterzettlitz (E 2,5 km) folgen. Dort biegen wir am Ortsanfang scharf nach rechts ab und queren bei der Frischenmühle den Roten Main und genießen den schönen Rundumblick über die schön gegliederte Landschaft seines Tales. Sehenswert sind das große, ausgebaute Turbinenrad (Industriedenkmal), und das imposante Wehr oberhalb der Mühle.



Wir laufen den Fahrweg weiter und biegen nach rechts auf den Fahrweg Richtung Affalterhof ab. Kurz vor dem Weiler geht es nach links einen naturbelassenen Wiesenweg aufwärts, dem wir bis Windischenhaig (E 2 km) folgen. Wir laufen die Hauptstraße wenige Meter nach rechts, biegen gleich wieder nach links ab und wandern am Sportplatz vorbei auf einem Feldweg zum Wald, und von dort geht es geradeaus durch einen mit Kiefern, Fichten und auch Laubbäumen bestandenen Wald.



Wir kommen nach etwa 1½ km zu einer zweiten Gabelung, wo wir dem linken Weg im Windischenhaiger Holz leicht bergan folgen. Kurz zuvor sehen wir links im Wald die Einzel Ameisloch. Wir bleiben auf dem gepflegten Forstweg bis wir zuletzt 100 m auf einem naturbelassenen Waldweg immer geradeaus zur Staatsstraße nahe des Dorfes Krumme Fohre kommen.



Wir überqueren sie und laufen geradeaus zu einem Buschzaun, gehen ihn nach rechts entlang zum nahen Feldweg. Von schönen Ausblicken begleitet, wenden wir uns nach links und wandern über die Proßer Leite zunächst im Freien, dann am Waldrand und schließlich im Wald in eine Talsenke zur Straße nach Proß (4,5 km).



Diese Ansiedlung wurde erstmals 1390 urkundlich erwähnt, als die Herren von Egloffstein dem Ritter Förtsch ihr Gut zu Proße verkauften. Forscher leiten den Ortsnamen aus dem Althochdeutschen ab und deuten es mit Siedlung im Laubwald.



Wir laufen links aufwärts, durch das am Proßer Bach und an der Proßer Leite gelegene Dorf Proß und biegen im Unterdorf nach links in die alte, schadhafte, kaum befahrene Straße ein und wandern durch den Wald leicht steigend nach Peesten, wo wir noch vor der Tanzlinde am neu gestalteten Dorfzentrum auf den Frankenweg stoßen (1,5 km). Dort steht die sehenswerte und inzwischen mehrmals ausgezeichnete Tanzlinde, deren Vorgängerin schon 1637 erwähnt wurde. Chronisten berichten, dass in Peesten viele Menschen im 30-jährigen Krieg und bei einer Wolfsplage (1649) sterben mussten.



Wir laufen unsere Straße ca. 100 Meter zurück, biegen nach links ab und erreichen über den idyllischen Talgrund mit Sportplatz und Teich und wieder aufwärts den landwirtschaftlich geprägten Weiler Dörnhof, dessen Name einst sandiger Ort bedeutet haben mag. Wir gehen nach rechts durch den Ort, dann nach dem letzten Anwesen nach links auf der Höhe durch die Felder und wissen nicht, welchen schönen Blick wir länger genießen sollen: den auf Kulmbach mit der Plassenburg oder die Sicht auf den Görauer Anger.



Wir kommen zu einem Fahrweg, folgen ihm nach links und haben bald das reizvolle Dörfchen Gundersreuth (E) erreicht. Es war einst strittig, ob die ursprüngliche Hofsiedlung zum markgräflichen Amt Kulmbach oder zum bischöflichen Amt Weismain gehörte. Wieder bieten sich weit reichende Aussichten rundum, wenn wir durch die offenen Fluren (mit dem Blick auf den Patersberg mit Wernstein und Veitlahm) an Frankenberg (Funde aus der Jungsteinzeit) und am Wasserbassin (nahe von Katschenreuth) vorbei zum Main-Zusammenfluss wandern. Wenn wir die Entstehung des Mains genügend begutachtet haben, laufen wir am Ufer des Roten Mains nach rechts flussaufwärts (wenn die geplante Brücke noch nicht fertig ist).



Nach dem Überschreiten des Roten Mains, vorbei an der Brandstätte einer Mühle (sie brannte 1962 nach 646 Jahren ab) grüßt das Schloss Steinenhausen, das 1316 erstmals (als damals einziger Steinbau!) erwähnt wurde und heute die Außenstelle Nordbayern des Bayerischen Landesamtes für Umweltschutz beherbergt. Ein angenehmer Pfad führt uns an einem Hang, vom Weißen Main tief unten begleitet, schließlich nach Melkendorf (E 7 km). Den Ausgangspunkt bei den Sportanlagen am Ortsrand von Kulmbach erreichen wir mit der anfangs genannten Beschreibung dieses Weges.

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Tourinfos

Über diese Tour

Startort: Sportanlagen Schwierigkeit: leicht Dauer: 4.5 h Länge: 17.7 km Höhenmeterdifferenz: 311 m Maximale Höhe: 385 m Minimale Höhe: 293 m

Service

Rundweg
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