Touren im Frankenwald –“ Wandertouren

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Marktleugaster Bürgermeisterweg

Wandern
Bildrechte Markt Marktleugast -

01/06 Zechteich bei Marienweiher von Bildrechte Markt Marktleugast

Michael Kühnel, Bildrechte Markt Marktleugast -

02/06 Blick auf Tannenwirtshaus von Michael Kühnel, Bildrechte Markt Marktleugast

Stefanie Rau, Bildrechte Markt Marktleugast -

03/06 Am Naturlehrpfad Zechteich von Stefanie Rau, Bildrechte Markt Marktleugast

Bildrechte Markt Marktleugast -

04/06 St. Josef-Kirche Hohenberg von Bildrechte Markt Marktleugast

Bildrechte Markt Marktleugast -

05/06 Wallfahrtsbasilika Marienweiher von Bildrechte Markt Marktleugast

Bildrechte Markt Marktleugast -

06/06 Kreuzerhöhungskirche Tannenwirtshaus/Traindorf von Bildrechte Markt Marktleugast

Bürgermeisterweg/Marktleugaster RundwanderwegEine erlebnisreiche Tour durch eine beeindruckende Natur- und Kulturlandschaft des Frankenwaldes.

Der Bürgermeisterweg oder auch Marktleugaster Rundwanderweg hat eigentlich alles, was sich ein Wanderer wünscht, wenn er im Frankenwald unterwegs ist: aussichtsreiche Berge, tief eingeschnittene Täler, stille Teichlandschaften, reizvolle Quellen sowie einen kurzweiligen Wechsel zwischen Wald, Wiesen, Felder und Dörfer. Zu dieser schönen Naturlandschaft kommen ca. 15 Flurdenkmäler, die vom einfachen Wegkreuz bis hin zur kunstvollen Barock-Marter reichen, und von der schlichten Feldkapelle bis zur prächtigen Basilika, der einzigen im Frankenwald.


Streckenlänge: 33 km

Markierung: einheitlicher roter Punkt

Schwierigkeit:
Von Hohenberg(610 m),
leichter Anstieg zu Rauhfichten (661 m),
dann abwärts zum Zechteich (490 m), mäßiger Anstieg nach Steinbach (530 m), leichter Abstieg zur Alten Schmölz (444 m), leichter Anstieg über Hermes (500 m) zur Weidmeser Höhe (627 m), steil bergab zur Kleinrehmühle (500 m), steil bergauf nach Hinterrehber (560 m), leichter Anstieg nach Hohenberg (610 m),

Parkplätze:
Hohenberg (Sportheim), Kosermühle,  Marienweiher (Wallfahrtsbasilika, Sportheim), Hermes, Kleinrehmühle.

Wanderstrecke/Entfernung:
Hohenberg/ 0 km – Rauhfichten/ 1 km – Koserquelle/ 1,5 km – Frauenreuther Teich/ 3,5 km – Langenbacher Brunnen/ 4,5 km – Kosermühle/ 7 km – Zechteich/ 9 km – Marienweiher (Basilika)/ 9,5 km – Steinbach/ 11 km – Kemnather Kreuz/ 12 km – Mordgraben/ 13 km – Alte Schmölz/ 15 km – Achatzmühle/ 16 km – Hermes/ 17 km – Spiegelteich/ 18,5 km – Peterleinstein/ 19 km – Tannenwirtshaus/ 22,5 km – Weidmeser Höhe/ 24 km – Kleinrehmühle/ 25,5 km – Großrehmühle/ 28 km – Waldhermes/ 31 km – Hohenberg/ 33 km.

Als Ausgangspunkt unserer Wanderung wählen wir den Parkplatz am Sportheim in Hohenberg. Selbstverständlich kann dafür auch jeder andere Ort an der Strecke gewählt werden.


1 – 2
Teilstrecke Hohenberg – Kosermühle – Marienweiher, Weglänge 8 km, Gehzeit: 2 ¾ Stunden

St. Josef-Kirche Hohenberg
Vom Parkplatz aus wandern wir zunächst über die Straße zur Kirche. Die St. Josef-Kirche von Hohenberg wurde unter der tatkräftigen Leitung von Pfarrer Dr. Rippberger nach den Plänen des Architekten Fuchsberger aus München aus heimischem Gneisgestein in eigenwilligem Baustil errichtet. Bei der Einweihung 1929 durch Erzbischof Jakobus von Hauck wurde das Gotteshaus als „Perle der modernen Kirchen“ des Frankenwaldes bezeichnet. Schon nach wenigen Metern stoßen wir dort auf die „Rote Punkt“-Markierung, die uns auf den folgenden 33 km begleiten wird. Wir lassen die Kirche rechts liegen und folgen links dem roten Punkt, der uns an den Resten des ehemaligen stattlichen Bismarckhains – einem ehemals größerem Ehrenhain aus heimischen Laubbäumen für den preußischen Reichsgründer Bismarck – vorbei auf einem Feldweg neben der Straße hinauf zur Rauhfichten führt.

Rauhfichten
Mit ihren 661 m ist sie die höchste Erhebung von Marktleugast und damit auch unserer Wanderung. Die Aussicht beschränkt sich nur auf den Süden, nach Osten und Westen versperrt der Wald, und nach Norden der Hohberg (Kamm) mit seinen 708 m die Sicht. Die Rauhfichten scheidet nicht nur das Wasser von Rhein und Elbe voneinander, sondern war auch immer Sprach-, Religions- und Landesgrenze. Wenn man hier auf der Wasserscheide den „böhmischen Wind“ erlebt, von dem die Einheimischen sagen, „der ist wie ein scharfer Hund, der beißt durch neun paar Hosen“, so kann man unsere Vorfahren verstehen, warum sie diesen Berg „Rauh“ nannten.

Koserquelle
Nach dem kurzen Waldstück zweigt der Wanderpfad rechts ab, hinunter zur Koserquelle. Wohin ihr klares, frisches Wasser fließt, ist auf einer Infotafel zu lesen:

„Über die Koser und die Schorgast, schnell ich bei dem Maine bin. Träge dann, - umrahmt von Wein - fließe ich zum Vater Rhein. Erblick ich Hollands Tulpenwiesen, darf ich mich ins Meer ergießen.“

Frauenreuther Teich
Erst durch Wald und Feld, dann auf einem Wiesenpfad am Tümpel vorbei – der Sage nach soll ein Schwedenreiter, der einen Bauern verfolgte, im sumpfigen Tümpel mit Ross und Reiter versunken sein – erreichen wir die ehemalige Einöde Frauenreuth. Hier erinnert nur noch der idyllisch gelegene Frauenreuther Teich an die frühere Rodung. In den Jahren von 1479 bis 1489 von Philipp von Guttenberg erbaut, wurde aus ihm längst ein naturnahes Gewässer. Für die Zugvögel ein beliebter Rastplatz, ist die „Fraaraad“ für die einheimischen Wasservögel der Mittelpunkt ihres Lebensraumes. Gönnen wir uns eine Ruhepause und genießen die wohltuende Stelle, die mit einer Bank und einer Infotafel versehen ist.

Altstraße
Zunächst geht es an dem Waldrand weiter, bis wir auf die Altstraße stoßen, die von Marktleugast, Ahornis nach Münchberg führte. Ein tief eingeschnittener Hohlweg bringt uns hinunter zur Großen Koser, die hier von der Altstraße gequert wird. Der Hohlweg und die sich in ihrem ursprünglichen Zustand befindliche Furt erinnern an eine längst vergangene Zeit mit der damaligen Fuhrmannsherrlichkeit und sollten nicht verändert werden.

Langenbacher Brunnen
Wir bleiben auf dem Waldweg links von dem Koserbach und kommen zum Langenbacher Brunnen, dessen frisches Wasser aus einer Tiefe von ca. 48 m hervorquillt. Bereits 1247 wurde das Dorf Langenbach erstmals urkundlich erwähnt. Doch schon 200 Jahre später gibt es nur noch eine Wustung Langenbach. Das höchstens drei bis vier Bauernhöfe große Dorf war verschwunden. Als Streusiedlung lag es östlich der Großen Koser und wurde im 30-jährigen Krieg zerstört. Übrig geblieben ist neben dem Flurnamen nur noch der Dorfbrunnen, den man mit Steinen einfasste. Dadurch wurde das Wasser aufgestaut und man konnte es problemlos ausschöpfen. Dass manche Quellorte eine besonders starke „Strahlung“ haben, also eine ungewöhnlich starke Energie von ihnen ausgeht, ist längst bewiesen. Auch der Langenbacher Brunnen ist ein solcher Platz, dessen Messwerte schon im esoterischen Bereich liegen.

KosermühleÜber einen Steg kommen wir auf die andere Seite der Koser und wandern – eine Scheune links liegenlassend – zur B 289. Wir überqueren sie und folgen dem roten Punkt, der uns durch Wald und eine Wiese zur Kosermühle bringt. Die ehemalige Mahl- und Schneidmühle ist wohl die älteste Mühle im ehemaligen Halsgericht Leugast, denn sie wurde schon 1247 erstmals als „Cosere“ (Kloster Langheim) urkundlich erwähnt. 1348 kam sie als „Kossermuel“ zum Hochstift Bamberg.

Wegkreuze
Auf dem „Franziskanerweg“ am Hang oberhalb des Koserbaches gehen wir weiter, vorbei am Wasserwerk Marktleugast. Rechts stehen am Anfang und Ende des Waldes zwei Wegkreuze – Kolping Münchberg und Dornheim Marienweiher.

Naturlehrpfad „Zechteich“
Gleich danach scharf links hinunter zum Koserbach und weiter zum Zechteich. Auf einem 800 m langen Naturlehrpfad rund um den Teich wird auf 35 Infotafeln viel Wissenswertes aus Fauna und Flora gezeigt. Nur der vordere Teil des Teiches ist für Badende und Angler freigegeben. Der hintere Teil ist ganz der Natur überlassen.

Wallfahrtsbasilika Mariä Heimsuchung Marienweiher
Von hier lohnt es sich einen Abstecher – am Sportplatz des SV Marienweiher und dem Friedhof vorbei – zu der Basilika und dem Franziskanerkloster Marienweiher zu machen. Der Sage nach stiftete ein Kaufmann, der bei einem Überfall verschont blieb, die erste Kapelle. Die erste urkundliche Nennung geht auf das Jahr 1189 zurück, in dem der Bamberger Bischof Otto II. „Kirche und Hospitz von Weiher“ dem Zisterzienserkloster Langheim schenkt. Damit ist Marienweiher einer der ältesten Marienwallfahrtsorte Deutschlands. Einer der Höhepunkte war 1718-1721. Unter dem kunstsinnigen Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn wurde die jetzige barocke Kirche erbaut. 1743-1745 wurde der Turm und die Westfassade nach den Plänen von J.J.M. Küchel, dem Nachfolger von Balthasar Neumann, erweitert. Viele Besucher mit Autos und Bussen und über 100 Fußwallfahrten, dazu Kunstliebhaber des Barock- und Rokokostils zählen zu den Bewunderern des Marienheiligtums. Gemäß ihrer Bedeutung darf sich die Wallfahrtskirche seit 1993 „Päpstliche Basilika“ nennen. Über den breiten Treppenaufgang verlassen wir den stimmungsvollen Vorplatz, rechts das renovierte Kantoratsgebäude, das das Pilgerbüro beheimatet. Im Dorf selbst bestehen Einkehrmöglichkeiten in drei fränkischen Gastwirtschaften und -höfen.


2 – 3

Teilstrecke Marienweiher – Steinbach – Alte Schmölz – Hermes,

Weglänge 7 km,
Gehzeit: 2 ¼ Stunden.


Steinbach

Wir verlassen nun Marienweiher auf der Straße nach Steinbach und stoßen kurz nach dem Sportheim wieder auf die „Rote Punkt“-Markierung. Sie begleitet uns über die Koserbrücke. Rechts steht zwischen zwei Weiden ein schönes Wegkreuz mit einem geschnitzten 150 cm großen Corpus Christi, das 1950 errichtet wurde. Am ehemaligen Sägewerk vorbei, wandern wir den steilen Kirchweg geradeaus hinauf, an einer würfelförmigen Kapelle vorbei, nach Steinbach. 1343 erwarb das Kloster Langheim Steinbach mit dem Wasserhof und zwei Kemenaten vom Kloster Michelsberg. Seitdem ist es eng mit der Marktleugaster Geschichte verbunden. Am Gutshof und einigen alten Eichen vorbei, fallen am Ortseingang zwei außergewöhnliche Flurdenkmäler auf: ein sehr schönes Wegkreuz zwischen zwei neugepflanzten Kastanien. Der geschnitzte und gerahmte Körper des gekreuzigten Christus dürfte noch aus der Zeit um 1800 stammen. Gleich daneben eine einmalige barocke Steinmarter aus der Zeit um 1700. Seit eh und je halten an dieser Marter die Konnersreuther Fußwallfahrer zu einem Dankgebet an. Von der Dorfstraße links abbiegend erreichen wir den Ponyhof Weidner, wo wir nicht nur einkehren, sondern auch eine Reittour oder Kutschfahrt unternehmen können.

Kemnather Kreuz
Weiter auf der Dorfstraße, biegen wir nach dem letzten Bauernhof rechts in einen Feldweg ein, der uns zum Kemnather Kreuz führt, einem sehr eindrucksvollen Wegkreuz mit den geschnitzten Reliefs der „Heiligen fünf Wunden Christi“. Auf einer Holztafel steht: Kemnather Kreuz/1836-1956/Die Stifterin. Dieses Fünfwundenkreuz errichteten Kemnather Wallfahrer, die jährlich hier vorbei pilgern und ein Dankgebet verrichten. Von hier hat man eine wunderschöne Aussicht auf das Leugasttal.

Schmitt-Kreuz
Vom Kemnather Kreuz führt uns ein schöner Waldweg, zunächst gemählich, dann etwas steiler – am Schmitt-Kreuz (aufgestellt 1945 aus Dankbarkeit für glückliche Heimkehrer aus dem Krieg) vorbei – wieder hinunter zum Koserbach.



Vogelherd
Den breiten Waldrücken, den wir auf dem Weg sehen, gehörte zum 559 m hohen Vogelherd. Dort hatten die Bürger von Marienweiher von ihrem Landsherren das Recht erhalten, Singvögel zu fangen und zu verkaufen: Lerchen, Meisen, Amseln, alle Finkensorten und besonders Krammetsvögel (Wacholderdrossel) waren sehr begehrt. Erst um die Jahrhundertwende kam bei uns dieser zweifelhafte Erwerbszweig zum Erliegen.

Mordgraben
Wir überqueren den Koserbach und wandern rechts der Großen Koser, um nach ca. 200 m wieder auf die andere Seite zum Mordgraben zu wechseln. Auf einer Infotafel ist eine schreckliche Bluttat beschrieben, die sich hier zugetragen haben soll.

Schlackenhalde
Weiter geht es über die Schlackenhalde (abgelagerte Kupferschlacke von der Alten Schmölz). Die Schlackenhalde, aber auch die Flurnamen wie Hammerflur, Zechteich, Eisenberg usw. zeugen von einer regen Bergbautätigkeit. Nicht umsonst wird Oberfranken als Ruhrgebiet des Mittelalters bezeichnet.

„Aanzich“
Wir kommen zur „Aanzich“ (Einzig von Cottenau), einem eigentlichen Einödhof. Der ehemals stattliche Bauernhof wurde in den 60er Jahren aufgegeben.

Steinschleiferhaus
Weiter auf unserem Weg kommen wie an das ehemalige Steinschleiferhaus (heutige Einöde). Vom Peterleinstein holte man sich die Steine, die hier bearbeitet und dann als Wärmesteine, sogar als Amulette, verkauft wurden.

Vereinigung der Koser
Nun kommen wir zur Vereinigung der Kleinen und Großen Koser. Mit 444 m ist es gleichzeitig der tiefste Punkt unseres Wanderweges. Außerdem stoßen hier die Gemarkungen von Kupferberg, Wirsberg und Marktleugast aneinander.

Alte Schmölz
Gleich daneben die Alte Schmölz mit nur wenigen Häusern. Wie der Ortsname besagt, bestand hier eine Kupferschmelze. Von den Kupferberger Bergwerkstollen wurden die erzhaltigen Gesteine hier herunter gefahren, gewaschen und in einer Schmelzhütte verarbeitet. Zum Herausschmelzen des Kupfers brauchte man viel Wasser, aber noch mehr Holz; beides stand im Kosertal reichlich zur Verfügung. Später erlebte die Alte Schmölz als Vitriolwerk noch einmal eine Blütezeit. 1810 wurde sie dem Steuerdistrikt Marienweiher zugeschlagen, 1964 entschieden sich die Einwohner wieder für Kupferberg.

AchatzmühleLinks am Hang des kleinen Koserbaches wandern wir nun hinauf zur Achatzmühle. 1602/03 erbaut, nannte man sie Rothenbühler Mühle. Mit der Übernahme durch Achatz Hübner (1694) erhielt sie ihren heutigen Namen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie still gelegt und am 30.07.1971 ist sie abgebrannt. Nur die 1922 erbaute Wegkapelle erinnert an die einstige Mühlenherrlichkeit.

Hermes
Am Schallerbach führt der Weg hinauf nach Hermes. Hier bietet sich der Landgasthof Haueis zur Einkehr an. Als Hermes 1405 erstmals erwähnt wurde, gehörte es zum Hochstift Bamberg. Von 1602 bis 1603 bayrisch, bis 1607 preußisch, bis 1820 französisch, danach wiederum bayrisch. Der Ortsname bedeutet wohl „Herrenweide“ (her=Herr und mes=Weide).




3 – 4
Teilstrecke Hermes – Spiegelteich – Tannenwirtshaus, Weglänge 4 km, Gehzeit: 1 ¼ Stunden


Hermes
Von Hermes wandern wir zunächst die Straße hinauf bis zum Waldrand.

Spiegelteich
Dann links hinunter – über die B 289 – zu den terrassenförmig angelegten Spiegelteichen. Sie wurden 1716 gebaut, um das Wasser in einem 4 km langen Graben zu der St. Veits-Zeche in Kupferberg zu leiten, das dort als Antrieb für eine „Wasserkunst“ (Pumpe) diente.

Peterlesstein
Mit der „Roten Punkt“-Markierung können wir nun bequem rechts vom Spiegelteich weiter wandern, man kann aber auch den längeren und schwierigeren Weg über den Peterlesstein wählen. Dazu benützen wir die Markierung „Blauer Querstrich“, die uns zuerst auf der Straße, dann durch den Wald, steil hinauf zum 593 m hohen Peterlesstein führt. Er ist als Magnetberg des Frankenwaldes bekannt, denn sein Serpentingestein enthält Magneteisen und lenkt dadurch die Kompassnadeln ab (Rosenkranzperlen). Später wurden aus dem weichen Serpentin weitere Nipp- und Nutzgegenstände hergestellt, wie z.B. Bettwärmer, Aschenbecher, Kerzenständer, Blumenvasen, Tintenfässer, Urnen, Briefbeschwerer usw..

Baiersbacher StraßteichZuerst noch steil hinunter, benützen wir später den bequemen Forstweg zum oberen Spiegelteich, wo wir wieder auf die „Rote Punkt“-Markierung stoßen, die uns links hinauf zum Straßteich bringt. Doch weit und breit ist keine Straße zu sehen, um den Namen „Straßteich“ zu begründen. Gehen wir aber ein paar Schritte in den Wald, sehen wir 2- und 3-spurige Fahrrinnen, ein Überbleibsel von der einst viel befahrenen Altstraße, die von Kulmbach, Untersteinach, Straßenwirtshaus, den Baiersdorfer Straßteich, Hohenreuth (Vogellustig), über Neuensorg nach Helmbrechts und darüber hinaus nach Hof und Sachsen führte. Neben einigen Ansiedlungen, Wegreste und Baumgruppen ist von dieser Straße nichts mehr zu sehen. Eine Info-Tafel erklärt alles Wissenswerte über die ehemalige Geleitstraße und den Straßteich, bevor es weiter hinauf nach Tannenwirthaus geht.

Tannenwirtshaus/Traindorf
Ein junges Straßendorf mit alter Wirtshaustradition. Als Umspannstation für die Pferde und Einkehrmöglichkeit für die Kutscher war Tannenwirtshaus früher weithin bekannt. Wir wandern links weiter auf der Teerstraße und schon bald sehen wir die Heilig-Kreuz-Kirche von Traindorf. Die Kreuzerhöhungskirche wurde im Frühjahr 1935 aus bläulichem Diabas-Naturbruchstein im neoromanischen Stil der 30er-Jahre vom Architekten Georg Holzbauer aus München erbaut und am 3. November 1935 durch Erzbischof Jakobus von Hauck geweiht. Hier begrüßen uns vier überlebensgroße Engel, die den Triumphbogen zum Chor säumen. Sie halten eine Girlande mit dem Jesus-Wort aus Johannes 12,32 in den Händen: Wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alles an mich ziehen. Die Bilder von Chorwand und Apsis stammen von einem großen Maler: Constantin von Mitschke-Collande (1884-1956).


4 – 5

Teilstrecke Tannenwirtshaus – Kleinrehmühle – Großrehmühle, Weglänge 6 km, Gehzeit: 2 Stunden


Tannenwirtshaus/Traindorf

An der schönen Außenanlage der Kreuzerhöhungskirche mit dem Kriegerdenkmal vorbei, folgen wir links der Straße in Richtung Weidmes.

Weidmeser Höhe
Schon beim ersten Haus des Grafengehaiger Ortsteils Weidmes zweigen wir rechts ab zur Weidmeser Höhe (627 m). Zu Recht wird sie als der schönste Aussichtsberg des südöstlichen Frankenwaldes bezeichnet. Drei neue Panorama-Tableaus (Fichtelgebirgs-, Fränkischer Schweiz- und Frankenwaldblick) sind zur besseren Orientierung eine wertvolle Hilfe. Die Weidmeser Höhe schenkt uns immer wieder reizvolle Ausblicke in eine typische Frankenwaldlandschaft mit dem bunten Wechsel zwischen Wälder, Wiesen, Felder und dazwischen eingestreute zahlreiche Dörfer und Weiler. Von den vielen Bergrücken ragt noch der Döbra (795 m), der Pressecker Knock (690 m) und die Radspitze (678 m) heraus. Der schönste Blick geht aber hinunter ins waldreiche Steinachtal, wenn der Torkel (629 m) und der Steinwald (644 m) mit Tannenwirtshaus die Sicht frei machen. Zwischen den beiden Bergen schaut man hinaus ins Kulmbacher Land mit den Jurabergen. Auch auf der anderen Seite des Berges ist die Aussicht nicht minder wertvoll. Im Vordergrund Traindorf, darunter unter Bäumen versteckt, Mannsflur mit dem Kosertal, weiter links die Kirchturmspitze von Marienweiher und Teile von Marktleugast. Dahinter der Weißenstein (668 m) und abschließend das Fichtelgebirge mit Schneeberg (1.051 m) und Ochsenkopf (1.024m).

Heuweg
Beim Abstieg achten wir genau auf die Markierung. Zunächst durch den Wald, dann scharf rechts auf einem Feldweg (Heuweg: Auf diesem Weg wurde früher die Heuernte von den leider jetzt angepflanzten Talwiesen mit einem Ochsengespann hinauf nach Weidmes eingefahren.) abwärts, dann wieder durch den Wald und nach Überquerung des Kleinen Rehbaches erreichen wir die Kleinrehmühle.

Kleinrehmühle
Natürlich steht auch in der romantisch gelegenen Kleinrehmühle das Mühlrad längst still. Eine Forellenzucht findet hier nun Heimat. In einer Wanderhütte kann man sich bei Bier und Brotzeit etwas erholen.



Mühlenweg
Hier stoßen wir auf den Mühlenweg, dem viel begangene Wanderweg von der Kleinrehmühle zur Großrehmühle (im Volksmund „Rehmühl“ und „Klaamühl“ genannt). Wir wandern mit dem Mühlenweg gemeinsam bis kurz vor der Großrehmühle.



Großrehmühle
Nun trennen wir uns wieder vom Mühlenweg und kommen geradeaus weiter zur ehemaligen „Mühle am großen Rehbach“. Aus dieser Mühle wurde später der renommierte Gasthof „Rehbachtal“, der leider seit vielen Jahren zur Ruine zerfallen ist.



5 – 1
Teilstrecke Großrehmühle – Waldhermes – Hohenberg, Weglänge 5 km, Gehzeit: 1 ½ Stunden


Großrehmühle
Nach der Querung der Straße geht es direkt links am Großen Rehbach weiter.

Großer Rehbach
An der Hütte des Frankenwaldvereines Neuensorg vorbei und auf dem Wiesenpfad weiter abwärts, hinunter ins Tal des großen Rehbachs, den wir auf einem kleinen Steg überqueren. Der Rehbach, ein uralter Grenzbach, der nicht nur die Landschaft, sondern auch die Bevölkerung in katholische und evangelische Christen trennt.

Atzebergbrünnlein
Der rote Punkt führt uns zunächst auf einen schönen Waldweg hinauf zur Straße Marktleugast – Grafengehaig. Nach ca. 100 m verlassen wir sie wieder. Wir erreichen den Aussichtspunkt „Jägerwiesla“, eine Lichtung, die links einen herrlichen Blick auf Grünlas, einem typischen Quellmuldendorf unserer Heimat, freigibt. Weiter kommen wir am alten Neuensorger Fußballplatz mit einem Gedenkstein für die Gefallenen der beiden Weltkriege und weiter am Lausenbach vorbei zum Atzebergbrünnlein.

Waldhermes

Nicht weit entfernt liegt der Grafengehaiger Ortsteil Waldhermes. Auf einer Info-Tafel ist alles über diesen geschichtsträchtigen Ort zu lesen. Waldhermes im Volksmund „Hermesmühl“ genannt mit einer alten aus Natursteinen zusammengesetzten Rundbogenbrücke. Gleich neben der Brücke eine fast 200-jährige tote Ulme zu finden. Mit ihr wurde der gesamte Ulmenbestand von Waldhermes das Opfer einer heimtückischen Pilzerkrankung. Unbeeindruckt von diesem „Ulmenleid“ zeigt sich eine knorrige, rund 280-jährige Linde, die in der Ortsmitte steht. Gegenüber auf einer Anhöhe des denkmalgeschützte „Hermesmühler Wirtshaus“. Reizvolles klassizistisches Kleinhaus mit schiefergedecktem Krüppelwalmdach. Bemerkenswert, dass hier im tiefsten Frankenwald ein Haus aus Sandsteinquadern gebaut wurde. Dies zeugt vom großen Wohlstand der vergangenen Mühlenherrlichkeit, als in Waldhermes, neben einer Mahl- und Sägemühle, auch noch ein Drahthammer existierte. Wir verlassen Waldhermes auf dem Weg in Richtung Hohenberg, um gleich links nach der sehenswerten Rundbogenbrücke abzuzweigen.



Hermesmühler Steign
Wir wandern immer am Großen Rehbach entlang und kommen zur „Hermesmühler Steign“. In vielen Häusern des Frankenwaldes befanden sich Hausquellen. Ihr kaltes Wasser wurde in ein Becken aus Erde oder Steinen geleitet. Unsere Vorfahren kühlten darin ihre Ess- und Trinkvorräte. Die „Steign“ wurden deshalb auch als „Kühlschränke des Mittelalters“ bezeichnet. Links ist die Zegastmühle, eine ehemalige Mahlmühle zu sehen.

Zegaster Marter
Über die 630 m hohe Wach, auf der im 30-jährigen Krieg die umliegenden Ortschaften durch Feuerzeichen von anrückenden Soldatenhorden gewarnt wurden, wird der Blick frei auf eine barocke Steinmarter, mit der Gnadenmutter von Marienweiher. Errichtet wurde sie wahrscheinlich im 7-jährigen Krieg, als in unserer Gegend das „hitzige Fieber“ wütete, eine Krankheit, die einquartierte Soldaten eingeschleppt hatten.


St. Josef-Kirche Hohenberg
Im Hintergrund ist die 1928/1929 erbaute St. Josef Kirche zu sehen. Obwohl anfangs umstritten, ist dem Münchner Kirchenbauer Prof. Fritz Fuchsenberger ein meisterliches Werk gelungen, das Kunstkenner als eine Perle der modernen Kirchen des Frankenwaldes bezeichnen. Über die Kirchallee, die früher mit alten Kastanien, jetzt mit Mehltaubeeren geziert wird, erreichen wir wieder unseren Ausgangspunkt.

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Tourinfos

Über diese Tour

Startort: Hohenberg Schwierigkeit: schwer Dauer: 9 h Länge: 29.8 km Höhenmeterdifferenz: 584 m Maximale Höhe: 658 m Minimale Höhe: 444 m

Service

Rundweg
Einkehrmöglichkeit

Was zeichnet die Tour aus

60% Kondition

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FRANKENWALD TOURISMUS Service Center

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96317  Kronach

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