Touren im Frankenwald –“ Wandertouren

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Burgenweg Ostroute

Wandern
FWV -

01/17 Markierungszeichen von FWV

FTSC/Marco Felgenhauer -

02/17 Wallfahrtskirche Gloßberg von FTSC/Marco Felgenhauer

Herbert Janka -

03/17 Wandertafel Burgenweg von Herbert Janka

FTSC -

04/17 Schau-dich-um-Turm von FTSC

Peter Köstner -

05/17 Der Samelstein auf der Kirchleuser Platte von Peter Köstner

FTSC/Marco Felgenhauer -

06/17 Pause im Paradies von FTSC/Marco Felgenhauer

Bildrechte Naturpark Frankenwald -

07/17 Lucas-Cranach-Turm von Bildrechte Naturpark Frankenwald

Stadt Kronach, Stefan Wicklein -

08/17 Festung Rosenberg mit Festungswald von Stadt Kronach, Stefan Wicklein

FTSC/Marco Felgenhauer -

09/17 Waldkapelle bei Gloßberg von FTSC/Marco Felgenhauer

Björn Stumpf -

10/17 Innenhof Burg Lauenstein von Björn Stumpf

Naturpark Frankenwald -

11/17 Marter am Wegesrand von Naturpark Frankenwald

Theresa Alex -

12/17 Steinerne Arnika von Theresa Alex

Johannes Heinlein -

13/17 Wallfahrtskirche in Haßlach von Johannes Heinlein

Martin Weber -

14/17 Trogenbachviadukt von Martin Weber

Dietrich Förster -

15/17 Ebersdorf von Dietrich Förster

Stadt Ludwigsstadt -

16/17 Blick auf die Burg Lauenstein von Stadt Ludwigsstadt

Armin Völkel -

17/17 Blick zur Plassenburg von Armin Völkel

Der Burgenweg - der kulturhistorische Wanderweg - führt auf seiner östlichen Route u. a. vorbei an den Wallfahrtskirchen in Haßlach und Glosberg. 

Auf
dem Burgenweg



Der kulturhistorische Wanderweg



von
Lauenstein nach Kulmbach



 



Der
Burgenweg stellt sich vor:



Mit
zwei verschiedenen Routen verläuft der Burgenweg von Lauenstein am nördlichsten
Ende des Frankenwaldes zur Plassenburg in Kulmbach.



Die
östliche Route führt von der Burg Lauenstein über Ebersdorf, Ludwigsstadt, die
Lauenhainer Höhe, Haßlach b.T., Teuschnitz, Marienroth, Posseck und Glosberg in
die tausendjährige Stadt Kronach. Dabei begleitet uns der im Jahr 2015 neu geschaffene
FrankenwaldSteig.



Auf
einer ebenso empfehlenswerten Route kann man auf einer westlichen Variante die
Wanderstrecke von Haßlach, über Steinbach am Wald, Buchbach, Rothenkirchen,
Welitsch, Stockheim, Burggrub, Bächlein, Mitwitz und die Heunischenburg nach
Kronach erwandern.



Vom
Beginn des Geländes der LGS (Plessi-Turm) aus verläuft der Burgenweg mit der
Markierung des Frankenweges über Weißenbrunn, die Kirchleuser Platte und den
Patersberg nach Kulmbach zur Plassenburg.



Gewaltige
Burganlagen, wie die Mantelburg in Lauenstein, die Festung Rosenberg in
Kronach, die mächtige Plassenburg in Kulmbach sind Zeugen einer längst
vergangenen Zeit. Zusammen mit dem Wasserschloss und dem Oberen Schloss in
Mitwitz und den bescheidenen Resten der einst historisch bedeutsamen Alten Burg
in Rothenkirchen sind sie die kulturellen Höhepunkte dieses Wanderweges. Ein
Glanzpunkt aber ist die zwischen Mitwitz und Kronach auf der westlichen Variante
des Weges gelegene Heunischenburg. Diese teilweise rekonstruierte,
vorgeschichtliche Burganlage ist eine der ältesten Steinbefestigungen nördlich
der Alpen.



Im
Bereich Ebersdorf – dem Dorf, wo einst die Griffelmacher daheim waren – 
führt der Wanderweg an aufgelassenen Griffel-Schieferbrüchen vorbei, und in
Ludwigsstadt erinnert das Schiefermuseum an ferne Tage, an jene längst
vergangene Zeit, als aus dieser Schieferregion unseres Frankenwaldes
Schiefertafeln und Griffel in alle Welt gingen. In ferne Zeiten entführt uns
auch der zwischen Kronach und Kulmbach auf der Kirchleuser Platte gelegene
Samelstein. Er ist einer der ältesten Historiensteine Deutschlands.



Aber
auch andere historisch bedeutsame Zeugnisse unserer Heimat berührt der
Burgenweg. Die Dorfkirchen und Ortskerne in Ludwigsstadt, in Marienroth und
Posseck, altehrwürdige Kirchen in Lauenhain und Haßlach, die Wehrkirche in
Steinbach am Wald, die Wallfahrtskirche in Glosberg und die Stadtpfarrkirche in
Kronach sind neben der modernen Laurentiuskirche in Buchbach weitere Höhepunkte
auf diesem Wanderweg.



Neben
dem Peterskirchlein, der Waldkapelle bei Glosberg und der (auf einem Abstecher
erreichbaren) Kreuzbergkapelle in Kronach, laden auch viele kleine, liebevoll
gepflegte Wegkapellen zum Verweilen und zu stiller Andacht ein. Aber auch die
zahlreichen Marterln, Haus-, Feld- und Wegkreuze, Bildstöcke und Brunnen
bezeugen an diesem Weg exemplarisch die tiefe Gläubigkeit der Menschen
vergangener Tage und der Gegenwart.



Der
Wanderweg selbst ist im wahrsten Sinne des Wortes schon das Ziel. Er berührt
die historisch bedeutsamen Städte Kronach und Kulmbach, lässt uns Floßbäche
überqueren und entlang wandern, erinnert bei Ziegelhütte, vor Weißenbrunn und
am Samelstein an Altstraßen als Teil eines einst bedeutsamen und heute
bedeutungslos gewordenen Wegenetzes und führt uns an Floßteichen vorbei. Wenn
wir bei Mostholz thüringisches Gebiet queren, wird mit den Resten des einstigen
„Eisernen Vorhangs“ die unheilvolle Zeit der deutschen Teilung in der Erinnerung
wieder lebendig. Und den Alltag unserer Vorfahren in längst vergangenen Tagen
spüren wir, wenn wir auf dem Endstück des Hirschfelder Steiges oder auf dem
Franziskanerweg bei Kronach wandern, wenn wir vor Steinbach am Wald nahe der
Stätte des legendären Klosters Ebersbach laufen, oder wenn wir zum historischen
Tanzanger von Ebersdorf kommen und bei Rothenkirchen am Galgenberg und an der
Stätte des einstigen Schlosses vorbeiwandern.



Doch
dieser Wanderweg bietet nicht nur Kultur pur, sondern er führt uns auch zu
Glanzpunkten in Landschaft und Natur. Wir genießen die phantastisch schönen
Rundumblicke von der Lauenhainer Höhe und von der Kirchleuser Platte, die
beeindruckenden Aussichten am Trebesberger Kreuz und am Fuße des Patersberges –
und von der Höhe in Gehülz gleitet der Blick bei klarer Sicht über die
mächtigen, bewaldeten Höhen des Frankenwaldes hinweg bis hin zum Döbraberg.



In
gleicher Weise freuen wir uns über den Blick auf das weite Meer der Wälder und
über die Aussicht auf Einzeln und Weiler, die verstreut in einer harmonisch
gestalteten Landschaft liegen. Wir durchwandern die sehr schöne Teuschnitz-Aue,
abgelegene, stille Wälder und urwüchsige, enge Täler und spüren die tiefe
Gläubigkeit der Menschen vergangener Tage und der Gegenwart, wenn wir an einer
liebevoll gepflegten Kapelle oder einem kunstvoll restaurierten Bildstock für
eine Weile innehalten.



Um
diesen qualitativ anspruchsvollen Wanderweg zu schaffen, wurden nicht nur
Wegestrecken von der Straße und von schlecht begehbaren Wegeabschnitten weg
verlegt, es wurde auch mit Bedacht eine Wegeführung gewählt, die Glanzpunkte in
Landschaft und Kultur berührt. So wurde der Burgenweg zu einem
„Kulturhistorischen Wanderweg“, in dem sich sowohl die Schönheit der Landschaft
als auch die Vielfalt der Kultur unserer Frankenwaldheimat präsentieren. Eine
Wanderung vermittelt uns den Eindruck der unwahrscheinlichen Schönheit einer
Mittelgebirgslandschaft, sie wird uns zu einem ganz besonderen Erlebnis!





Zum
Verlauf des Wanderweges



Die vielen
Glanzpunkte dieses schönen Wanderweges, die sich wie die Perlen einer bunten,
kostbaren Kette aneinanderreihen, wurden bereits vorgestellt. Nun soll zum
Wanderweg selbst etwas gesagt werden und zwar zuerst von der Ostroute des
Burgenwegs, die von Lauenstein über Haßlach, Teuschnitz und Glosberg nach
Kronach führt und dann den Frankenweg bis nach Kulmbach begleitet.



Die ersten
beeindruckenden, wechselnden Aussichten auf die Mantelburg können wir 
genießen, wenn wir den ersten Anstieg hinter uns gebracht haben. Ebenso lange
und steil führt der Wanderweg nun abwärts nach Ebersdorf und mit schönen
Ausblicken über eine kleine Anhöhe nach Ludwigsstadt. Auch hier müssen wir uns
erst die grandiose Aussicht auf der Lauenhainer Höhe durch den Anstieg über die
bewaldete Höhe des Winterberges „verdienen“. Mäßige Anhöhen mit schönen
Ausblicken müssen nun erwandert werden, wenn wir über Haßlach b. T. über die
Teuschnitz-Aue die Stadt Teuschnitz erreicht haben. Überwiegend im Freien mit
schönen Weitblicken erreichen wir über Wickendorf und den Pfaffenberg
Marienroth, bevor uns der Burgenweg abwärts in die schöne Tallandschaft der
Teuschnitz und aufwärts zum Peterskirchlein führt. Der Weg bis Posseck wird mit
dem schönen Blick auf das Haßlachtal und die es umgebende Landschaft bestimmt.
Nach dem Höhendorf wandern wir bald in der wohltuenden Stille weiter
Waldgebiete bis wir uns am Trebesberger Kreuz wieder über einen grandiosen
Rundumblick freuen dürfen. Abwärts wandernd laden die Waldkapelle und vor allem
die Wallfahrtskirche in Glosberg zu stiller Einkehr ein, ehe wir auf dem
historischen Franziskanerweg Kronach erreichen.



Nachdem wir
an einem Ruhetag die historische Altstadt der 1000-jährigen Dreiflüssestadt
kennen gelernt haben, steigen wir gemächlich und lange auf zum Lucas-Cranach-Turm
auf dem Kaltbucher Knock und auf sehr angenehmen Wegen weiter und dann abwärts
nach Weißenbrunn. Nach dem Aufstieg zur Kirchleuser Platte auf immer angenehmen
Pfaden und Wegen genießen wir die Wanderung auf der freien Höhe mit den weiten
Ausblicken. Malerische Ausblicke erwarten uns auch auf dem Höhenrücken des
Patersberges und vor allem an seinem Fuße. Über Höfstetten und das
reizvolle  „Gründla“ erreichen wir in Metzdorf den Stadtrand von Kulmbach
und damit unser Ziel.



 



Eine
kurze Beschreibung des Wanderweges



 



a) Von
der Mantelburg zum Schiefermuseum nach Ludwigsstadt



Bereits zu Beginn
gilt es den Einstieg zu finden. Dabei handelt es sich um einen unscheinbaren
Steig neben der Confiserie Bauer. Wir verlassen den Burghof über die östliche
Zufahrt und folgen der Burgstraße um die Burg herum zur Ortsstraße und in
gerader Hauptrichtung gleich wieder den bequemen Pfad zum Sportplatz anhaltend
steil aufwärts mit gelegentlichen schönen Rückblicken. An der Wegegabelung vor
der Sportstätte führt uns ein angenehmer, naturbelassener Weg links haltend
sanft ansteigend am Hang entlang, vom Kirchbächlein tief unten begleitet.
Märchen-Tafeln begleiten uns, bis wir an den Damm des Kirchbachteiches stoßen.
Wir wenden uns nach links und kommen geradeaus, und nochmals kurz, aber steil
aufwärts, zu einem Feldweg.



Am Damm des
Kirchbachteiches entlang gehen wir nochmals geradeaus aufwärts zu einem
Fahrweg. Ihm folgen wir nach links und wandern weiter, bis vor uns die Häuser
der Feriensiedlung auftauchen und wir auf die Ringstraße stoßen. Wir laufen
etwa 200 m nach rechts aufwärts, biegen dann auf einen Feldweg nach links ein
und wandern etwa 500 m weiter, ehe wir in einem weiten Bogen an einer zweiten
Feldscheune vorbei auf einen von links unten kommenden Fahrweg stoßen, in den
wir scharfwinkelig nach rechts einbiegen. Unterwegs genießen wir eine
sagenhafte Aussicht zurück zur Mantelburg, eingebettet in eine eindrucksvoll
schöne Landschaft.



Nun wandern
wir nach links zum Wald und folgen dem Weg, bis wir auf einen Wendeplatz
stoßen. Dort biegen wir nach links ab und laufen über einen Jägersteig bis zu
einem Waldweg. Wir halten uns nach links und folgen schließlich einen Steig in
gerader Hauptrichtung abwärts. An ehemaligen Griffelschieferbrüchen vorbei
mündet unser Weg in einen Wirtschaftsweg ein, auf dem wir links abwärts nach
Ebersdorf zur Bushaltestelle kommen.



Hier empfiehlt sich ein Abstecher rechts aufwärts zum Tanzanger
nahe der sehenswerten ev. Pfarrkirche Maria Magdalena. Der von alten Bäumen (2
Linden, 1 Eiche als Naturdenkmal) umgebene Dorfanger dient seit jeher als
Tanzplatz zur bekannten Kirchweih Anfang August. Das Angerhäuschen aus dem 18.
Jh. dient als Musikempore. Getanzt wird in historischen Trachten. Am
Kirchweihmontag bildet der „Männeraufzug“ den Höhepunkt.



„Im
Geschwende“ verlassen wir das Kirchdorf und gehen auf einem Wirtschaftsweg
sanft aufwärts. Noch vor dem Wald biegen wir nach links auf einen Fahrweg ab
und erreichen mit ihm die freie Höhe. Unterwegs schweift der Blick zurück auf (v.l.)
Ebersdorf, das Taugwitztal und die bewaldeten Höhen, hin zum Rennsteig und zur
thüringischen Landesgrenze. Unser Weg führt nun oben nach rechts zu einem
Fahrweg und biegt nach einem Linksknick wieder nach rechts in einen Wiesenrain
ab. Wir folgen ihm bis zum Wegweiser und queren dort die Wiese nach links
abwärts zum Wald.



Wir laufen
auf einem angenehmen Waldweg meist leicht abwärts. Im Freien bietet sich dann
ein weiter, schöner Blick auf Ludwigsstadt und sein schönes Umland. Ein
angenehm zu laufender Feldweg führt uns beständig leicht bergab. Wir überschreiten
die Eisenbahn und gehen am Stadtrand gleich schräg rechts zum Marktplatz von
Ludwigsstadt im Talkessel von Loquitz, Hassbach und Trogenbach.



Die sehenswerte Marienkapelle und das frühere, 1746 errichtete
Rathaus am Marktbrunnen, ein zweigeschossiges Gebäude mit einem schlichten
Fachwerkobergeschoss und Mansardendach, sind sehenswert.



 



b)
Von Ludwigsstadt nach Haßlach



Am Marktplatz
 treffen wir auf den FrankenwaldSteig,
welcher bis nach Kulmbach (fast) parallel zum Burgenweg verläuft. Wir wandern
am oberen Ende des Marktplatzes weiter geradeaus durch die Stadt, über die B 85
und eine kleine Parkanlage zu einer Stichstraße, die uns mit schönen Ausblicken
durch Ottendorf führt. Nahe des Ortsendes biegen wir spitzwinkelig nach rechts
ab und gehen an den letzten Häusern vorbei und dann links aufwärts zum Wald.
Unterwegs freuen wir uns über den schönen Blick auf den gegenüber liegenden
Sommerberg und die Tallandschaft.



Nun wandern
wir auf einem Fahrweg zunächst etwas steiler, dann gemächlicher durch
unterschiedliche Waldabteilungen lange bergan. In einem lichten Hochwald auf
einer Zwischenhöhe müssen wir auf die Markierung achten. Wir verlassen in einer
Kurve den Forstweg auf einen naturbelassenen Waldweg nach rechts.



Im Wald
treffen wir auf Wanderwege, die uns geradeaus weiterhin leicht aufwärts durch
ältere Waldbestände zur Höhe in die freie Flur begleiten. Hier bietet sich ein
schöner Blick auf das reizvolle Umland und auf die Schieferstadt Lehesten. Auf
einem Feldweg und auf einem Wirtschaftsweg wandern wir immer geradeaus durch
schöne Fluren – vor uns das mächtige Windrad auf der Lauenhainer Höhe – zuletzt
auf einem Wirtschaftsweg zur nahen Hauptstraße von Lauenhain mit seiner
sehenswerten, im Kern spätmittelalterlichen (evang.) Filialkirche St.
Franziskus.



Von dem auf
der Anhöhe stehenden, das Landschaftsbild prägende Windrad genießen wir am
Scheitelpunkt wohl einen der schönsten Rundumblicke in unserem Frankenwald.
Einige Meter weiter abwärts bietet sich ein weiter, phantastischer Rundumblick
über den Frankenwald und die Höhenrücken des Thüringer Waldes.



Kurz vor dem
Gehweg erahnen wir den Verlauf einer Altstraße, ehe wir den Rennsteig in der
Nähe des Parkplatzes Ziegelhütte erreichen. Wir folgen ihm nach rechts, am
Weiler Ziegelhütte vorbei, überqueren die Straße (Reichenbach-Lauenhain) am
Kreisel und laufen kurz weiter. Wenn wir die nach Haßlach b. T. führende Straße
erreicht haben, verlassen wir den Rennsteig und folgen der Straße etwa 100
Meter bis zum Waldbeginn.



Wir wandern
nach rechts am Waldrand entlang, dann auf einem bequemen Weg im Wald links
abwärts, bis wir im Freien die Tallandschaft des Dammbaches erreichen, der
einst das ev. Amt Lauenstein (Markgrafschaft) vom kath. Oberamt Teuschnitz
(Hochstift Bamberg) trennte. Der Wanderweg führt am Waldrand entlang, im Wald
bald links abwärts, an einer Teichanlage über den Dammbach und im Wald nahe des
schmalen Talgrundes mit den Teichanlagen rechts abwärts.



Nach dem
letzten Teich laufen wir links im Wald leicht aufwärts, auf einer Forststraße
nur ganz kurz nach rechts und weiter im Wald links etwas aufwärts zur Höhe mit
einem schönen Weitblick. In freier Flur genießen wir den schönen Ausblick und
erreichen auf bequemen Flurwegen immer geradeaus durch die Felder abwärts
Haßlach b. T. mit der sehenswerten kath. Pfarrkirche St. Maria, der
Wallfahrtskirche 14 Nothelfer Haßlach – das „Vierzehnheiligen im Frankenwald“,
die „älteste europäische 14-Nothelferstätte (1121)“.



Haßlach (Hasela: Haselstauden, Haselbach) liegt 582 über NN in der
Quellmulde von Kremnitz und Haßlach und lag einst im Kreuzungsbereich zweier
damals wichtiger Straßen. Man vermutet, dass durch das Kloster Saalfeld in der
zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts auf dem Luckenberge eine Kapelle errichtet
wurde, die später durch einen Neubau ersetzt und 1124 durch Bischof Otto, dem
Heiligen, auf seinem Zuge nach Pommern geweiht wurde.



Ein Abstecher nach Steinbach a. Wald bietet sich, wenn wir am
Rennsteig etwa 1km weiterwandern oder mit dem Pkw auf der Straße (2 km). Die
Variante West führt über die Bastelsmühle nach Steinbach am Wald.



 



Die
Ostroute des Burgenweges von Haßlach b.T. über Marienroth, Glosberg nach
Kronach



 



a)
Von Haßlach über die Teuschnitz-Aue nach Teuschnitz 



Wir wandern
in Richtung Teuschnitz, wenden uns noch im Ort rechts aufwärts Richtung
Sportplatz, biegen aber vor den letzten Häusern nach rechts zu einer Feldscheune
ab und laufen links am Waldrand, dann auf einem Waldweg aufwärts ins Freie und
auf einem Wiesenweg an der Kompostieranlage vorbei. Kurz vor der Kreisstraße
laufen wir auf einem Pfad durch den Stangenwald schräg nach rechts zu einem
Fahrweg.



Wir folgen
ihm am Waldrand entlang und kommen nahe der Teuschnitzquelle vorbei. Bald
wechseln wir im Wald spitzwinkelig auf einen anderen Weg nach links und folgen
ihm, bis im Freien der Blick auf den oberen Teuschnitzgrund und damit die
urwüchsige Teuschnitz-Aue frei wird. An der „Steinernen Arnika“ bietet sich
Platz für eine Rast. Hier treffen wir auch wieder auf den FrankenwaldSteig.



Das 1989 gestartete Naturschutzprojekt „Teuschnitz-Aue“ umfasst
das Gebiet der Teuschnitz vom Quellbereich bis zur Mündung in die Kremnitz bei
Gifting (2100 ha) mit Stillgewässern, Berg- und Feuchtwiesen, Magerrasen,
Brachen, Hochstaudenfluren und Hecken.



Wir gehen ein
gutes Stück Weges im Freien leicht abwärts, bis wir schließlich zu zwei
liebevoll geschmückten Kreuzen kommen. Schon nach wenigen Metern nach rechts
biegen wir links über ein Wiesengelände der Teuschnitz-Aue zu einem Fahrweg ab.

Zur Brutzeit der Wiesenbrüter nehmen wir
gerne einen ausgewiesenen Umweg (kleiner Vogel) in Kauf um die seltenen
Tierarten nicht zu stören.
Wir gehen rechts aufwärts, wenden uns in einen weiteren Fahrweg nach links und
wandern mit einem schönen Blick auf die Tallandschaft der Teuschnitz-Aue, bis
wir auf den Hirschfelder Steig stoßen. Er führt uns links über den Talgrund der
Teuschnitz aufwärts, und im Steinbacher Weg in das in fernen Tagen einst
bedeutende „Eigen Teuschnitz“.



Wir laufen im
Ort rechts weiter in das schöne Zentrum der Stadt mit Kirche und Rathaus.



Die erst gut 60 Jahre alte Pfarrkirche St. Marien birgt
altehrwürdige, kostbare Kunstwerke und eine figurenreiche und bildliche
Ausstattung von Heiligen. Der aus dem Slawischen stammende Ortsname soll auf
die vormalige Abgeschiedenheit und die Gefahr durch reißende Tiere hinweisen.
1187 erstmals urkundlich erwähnt, erhielt der Ort schon nach 150 Jahren nach
der Gründung das Marktrecht und kurz darauf das Stadtrecht.



 



b)
Von Teuschnitz über Wickendorf nach Marienroth



In der
Nebelgasse am unteren Stadtende wandern wir nach links und nach dem letzten
Anwesen auf einem Feld- und Waldweg durch schöne Felder und Wälder lange am
Galgenberg aufwärts, bis sich ein weiterer schöner Blick auf Wickendorf und das
Teuschnitztal öffnet. Dort biegen wir rechtwinkelig rechts ab und wandern auf
einem begrasten Weg abwärts in die Tallandschaft der Teuschnitz nach
Wickendorf.



Wir laufen
dem Frankenwaldbach entlang zur Ortsmitte des lang gestreckten Ortes und biegen
am ehemaligen Schulhaus rechts ab und gehen immer geradeaus aufwärts zum
Sportplatz (Ausblicke!) und über eine Senke weiter aufwärts zur Straße. Wir
überqueren sie, gehen am Waldrand entlang, biegen aber bald nach links ab und
wandern durch lichten Hochwald bis wir ins Freie kommen.



Wir laufen
längere Zeit am Rande eines Jungwaldes entlang und wechseln dann hinüber zur
nahen Straße. Unsere Wanderroute führt uns gut 100 m auf der Straße (Vorsicht!)
nach rechts und dann einen Fahrweg aufwärts zum 616 m hohen Pfaffenberg mit seinem
Sendemast. Bei guten Sichtverhältnissen reicht die grandiose Weitsicht bis
Schloss Banz, zum Staffelberg und zur Fränkischen Alb.



Wir folgen
unserem Weg abwärts zu der von einer Gruppe von Bäumen umgebenen Gedenkstätte
und weiter zum Zentrum von Marienroth.



Das Wappen von Marienroth symbolisiert das Dorf: Die drei Lilien
als das Symbol der hl. Maria deuten darauf hin, dass der Ort nach ihr benannt
wurde, die Farben Gold und Blau erinnern an das Kloster Langheim, dessen Mönche
von Teuschnitz aus die Bergdörfer christianisierten und schließlich den Ort im
Jahre 1388 an den Bischof von Bamberg verkauften. Das Georgskreuz weist auf den
hl. Georg, den Kirchenpatron hin, und die zwei Dreschflegel versinnbildlichen
den landwirtschaftlichen Charakter des Dorfes.



 



c)
Von Marienroth nach Posseck



Wir wandern
auf einem Wirtschaftsweg ortsauswärts, hinunter in das Tal der Teuschnitz und
dann auf einem schönen Weg das reizvolle Tal des vormaligen Floßbaches abwärts.
Wir überqueren bis zum Floßteich auf Floßstegen zweimal den Bach und biegen
danach rechts in einen Waldweg ab, der uns länger bergan zur Straße auf der
Höhe führt.



An der Straße machen wir einen kurzen Abstecher zum nahen, dem hl.
Petrus, dem ersten Papst, geweihten Peterskirchlein. Der hl. Petrus in der
Kapelle von Brauersdorf stand bis zum Jahre 1750 in der abgegangenen
Peterskapelle. 1520 wurde das Peterskirchlein als „ecclesia Prauersdorf“
genannt. Von Karl Thomas erfahren wir, dass die unterhalb der Kapelle
sprudelnde Petersquelle in den sakralen Bereich mit einbezogen war.



Der Burgenweg
aber quert die Straße, biegt gleich wieder nach links zum Wald ab und führt
dann auf der Höhe mit schönem Blick auf Pressig, das schöne, weite Tal der
Haßlach und die es umgebenden Frankenwaldhöhen durch die Fluren bis zur Straße.
Aufwärts wandernd erreichen wir Posseck (an der Passstraße) mit der
sehenswerten Kirche und dem schönen Dorfzentrum.



Die Langheimer Mönche hatten Posseck von 1180 bis 1388 als ihr
Eigen. Vom Friedhof aus bietet sich eine Sichtverbindung zur vormaligen
Mutterkirche in Lahm. Man glaubt, dass Teile der Pfarrkirche bis in die Zeit
der Langheimer Zisterzienser zurückgehen.



 



d)
Von Posseck über das Größauer und Trebesberger Kreuz nach Glosberg



Am
Scheitelpunkt der Straße führt der Burgenweg auf einem Feldweg nach rechts.
Nach dem Aussiedlerhof müssen wir uns nach rechts halten und lange, an zwei
Marterln vorbei, zum Wald und bald auch zum Größauer Kreuz laufen. Unterwegs
begleiten uns schöne Ausblicke auf die vielgestaltigen Fluren.



Im abseits
gelegenen schmucken Dorf Größau, am Fuße des bewaldeten, 642 m hohen
Sattelberges, mit historischen Gebäuden aus dem 18./19.Jh. wurde 2004 die
Dorferneuerung durchgeführt.



Nun geht der
Weg beständig mehr oder weniger steigend immer geradeaus durch verschiedene,
mit Laubbäumen durchsetzte Waldformationen weiter zur Höhe. Wir kommen vorbei
an der auf einer Rodungsinsel im Quellgebiet der Reitscher Grün gelegene Einzel
Eichelberg (rechts) zur Einzel Schafhut an der Straße. Wir wandern auf der Stichstraße
zum Trebesberger Kreuz mit einer grandiosen Fernsicht (Wetzstein, Döbraberg, Radspitze).



In dem nahen, drei Anwesen zählenden Ortsteil Trebesberg mit den
zwei Gasthöfen bewundern wir nicht nur den weiten Rundblick, sondern auch
Zeugnisse tiefer Frömmigkeit, so auch ein Bildkasten in einer Tanne mit einer
Porzellanmadonna mit dem Jesuskind. Die ursprüngliche Votivtafel galt einem
glücklich verlaufenen Ausgang eines Unglücks mit einem Holzfuhrwerk. Schöne
Kapellen am Ortsrand und am Kirchsteig nach Steinberg (Kapellen-Weg!)
dokumentieren die Frömmigkeit der Bevölkerung.



Wir wenden
uns am Kreuz auf der Höhe nach rechts und wandern im Wald beständig abwärts,
bis wir an einer weiten Wegespinne nach links zu der zu Rast und stiller
Einkehr einladenden Waldkapelle abzweigen. Wir wandern auf der Höhe weiter,
vorbei an einer Grabstätte eines unbekannten Soldaten und folgen dann dem
Kreuzweg steil abwärts zu der im Talgrund der Haßlach, am Fuße des Rauschberges
und des Bauersberges gelegenen, Wallfahrtskirche von Glosberg.



1844 soll an dieser Stelle die Muttergottes erschienen sein. 1848
begann der Bau der Kapelle, welche erst 1884 eingeweiht wurde.



Um das Jahr 1520 fand man nach der Überlieferung im Wald eine
spätgotische Muttergottesstatue, die in der Dorfkirche einen ehrenvollen Platz
bekam. Seit diesem Jahr ist die Wallfahrt nachweisbar. 1727 blühte sie erneut
auf, als die Marienstatue blutige Tränen geweint haben soll. Das Wunder wurde
aber vom fürstbischöflichen Ordinariat Bamberg nicht anerkannt.



Der Wallfahrt tat das aber keinen Abbruch. Glosberg wurde ein
beglaubigter Wallfahrtsort. In den Jahren 1730 bis 1736 wurde das heutige
Gotteshaus gebaut. Die Franziskaner übernahmen bis 1810 die
Wallfahrtsseelsorge; auch heute sind die Franziskaner in der Glosberger
Seelsorge tätig.



Durch das weinende Marienbild steigerten sich 1727 die Wallfahrten
nach Glosberg derartig, dass am Tage mehrere Messen gelesen werden mussten. In
Glosberg gab es aber keine Geistlichen.



Deshalb versorgten die Franziskaner-Patres des Klosters in Kronach
von 1732 bis 1775 die vielen Pilger und nutzten dabei den Fußweg im Talgrund
der Haßlach, der heute noch ihren Namen trägt. Den Weg säumen sieben der
einstmals neun Bildstöcke, die auf Betreiben des Kreisheimatpflegers Roland
Graf restauriert wurden.



 



e)
Auf dem Franziskanerweg von Glosberg nach Kronach



Auf den
Spuren der Franziskaner wandern wir auf der Zubringerstraße ortsauswärts,
sparen uns aber das Laufen auf der Straße. Wir biegen nach dem Ortsende nach
links ab und gehen auf einem Umweg in einer „Rechteckform“ auf Feldwegen wieder
zurück zur Straße kurz vor der Einzel. Vor diesem Haus führt uns ein mit
Laubbäumen umsäumter Feldweg nach links leicht abwärts zur Straße.



Wir gehen den
Teich entlang, entweder auf dem schlecht erkennbaren Weg oder auf der Straße
(Vorsicht!) und biegen dann gleich wieder nach rechts ab. Wir wandern nun am
linken Ufer der Haßlach weiter an den 5 von ehemals 7 – Dank Roland Graf –
restaurierten Bildstöcken vorbei, bis wir auf immer naturbelassenen Wegen am
Haßlachweg, unmittelbar am Ufer der Haßlach, die Stadt Kronach erreichen.



Auf der Höhe thront die Festung Rosenberg. Seit dem Jahre 1249
schützte mit Sicherheit eine Burg auf dem Rosenberg als nordöstlicher
Eckpfeiler des Bistums Bamberg die Stadt, das Umland, die Handels- und
Verkehrswege. Sie war auch Sitz der Verwaltung. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts
wurde sie zur Festung umgebaut.



Kurz vor der
Eisenbahnbrücke stoßen wir die Variante West des Burgenweges. Mit den
gemeinsamen Markierungen biegen wir zweimal nach rechts ab zur
Silbermann-Anlage.



Hans Silbermann (1890-1976) war Schulrat im vormaligen Landkreis
Naila, Heimatforscher, Herausgeber heimatgeschichtlicher Werke, Ehrenmitglied
des FWV, Ehrenbürger von Marxgrün, ehrenamtlicher Archivar der Stadt und des
Landkreises Kronach, Verfasser der Stadtchronik und zahlreicher Chroniken
vieler Frankenwaldgemeinden.



Zum
Frankenweg wandern wir immer nahe der Haßlach stets am rechten Ufer entlang,
durch die Unterführung, vorbei am vormaligen Kloster der Franziskaner, der
Touristinfo, dem Bahnhof und historischen Gebäuden. Bald erreichen wir über
einen Steg nach links den Plessi-Turm am Beginn der Landesgartenschau des
Jahres 2003 und den Frankenweg. Beide Hauptwanderwege führen nun auf gleichen
Wegen nach Kulmbach. Von der Brücke aus sehen wir den Zusammenfluss von Haßlach
und Kronach, deren Wasser kurz darauf die Rodach aufnimmt und sie zum Main
bringt.



In Kronach
muss man Verweilen, um die mittelalterliche Stadt kennen zu lernen.



 



Das
mittelalterliche Kronach



Auf einer von
Haßlach und Kronach begrenzten Bergnase liegt das mittelalterliche, rund 18.000
Einwohner zählende Kronach. Ein drittes Floßwasser, die Rodach, formt die
Kreisstadt zu einer dreieckigen Stadtfläche. Von vielen Punkten des Umlandes
aus bietet sich dem Besucher ein imposantes Bild von der nie bezwungenen
Festung Rosenberg (wenn man vom 2. Weltkrieg absieht), ein immer währendes
Zeugnis von der Wehrhaftigkeit und Tapferkeit seiner Bewohner und der Stadt,
die im Jahre 2003 das stolze 1000-jährige Bestehen begehen konnte.



Die „Urs
Crana“ wurde im Jahre 1003 erstmals urkundlich erwähnt, als der Schweinfurter
Markgraf Hezilo seinen Sitz und diese Ansiedlung niederbrannte, damit sie nicht
in die Hände des Bamberger Königs und späteren deutschen Kaisers Heinrich II.
fiele. Von 1122 bis zur Säkularisierung im Jahre 1803 war der Fürstbischof von
Bamberg der Landesherr der Kronacher. Schon um das Jahr 1300 erhielt Kronach
das Stadtrecht und damit auch das Markt- und Braurecht. Der berühmte Sohn der
Stadt, Lucas Cranach – seine Bilder sind in der Fränkischen Galerie in der
Festung zu bewundern – leitet seinen Namen von dem seiner Heimatstadt ab.
Nahezu 700 Jahre blieb Kronach „bambergisch“ bis es 1802 mit dem Hochstift
Bamberg zu Bayern kam.



Man kann sie
nicht beschreiben, man muss sie unbedingt sehen und verweilend bewundern – die
verwinkelten Gassen und Straßen, altehrwürdige Gebäude, alte Brunnen, Türme und
Säulen, so das Bamberger Tor, die Stadtteile am Stadtgraben, die Türme der
Stadt, das Rathaus mit dem St. Michaels-Brunnen, die Ehrensäule auf dem
Melchior-Otto-Platz, schließlich die Feste Rosenberg.



1000 Bäume
wollte man gepflanzt haben, bis die mehr als 100 bedeutenden Veranstaltungen
zum 1000-jährigen Jubiläum begannen. Auch die Pracht der Landesgartenschau mit
mehr als 650.000 Besuchern wird noch nachhaltig wirken. So bleibt Kronach nicht
nur ein schönes und lohnendes Ziel für interessierte Besucher, es ist auch
Ausgangspunkt für viele und schöne Wanderungen in das Umland.



 



Die
tapferen Frauen von Kronach



Ein Brunnen
an der Stadtmauer –  er zeigt Frauen beim Ausschütten von Kesseln –
erinnert an die Tapferkeit der Kronacher Frauen während des 30-jährigen
Krieges.



Nach mehreren
fehlgeschlagenen Versuchen, Kronach einzunehmen, rückte im März 1634 das Heer
des Herzogs Bernhard von Sachsen-Weimar mit 20.000 Mann zum Sturm an. Die etwa
2000 Verteidiger schossen von Dächern und allen Häusern, konnten aber doch
nicht verhindern, dass es der schwedischen Artillerie gelang, auf der Westseite
der Festung eine Bresche in die Mauer zu schießen.



Dank der
Kronacher Frauen gaben die arg bedrängten Männer nicht auf. Sie munterten nicht
nur die Männer zum Weitermachen auf, sie selbst brachten aus den Brauhäusern
heißes Wasser, schütteten es auf die Angreifer und warfen Pflastersteine und
andere Gegenstände auf sie. Das brachte die Wende zum Guten. Auf Grund der
hohen Verluste und der Meldung, dass Entsatz anrücke, brachen sie die
Belagerung ab und zogen sich zurück.



Die Kronacher
wussten es ihnen nicht nur durch den Brunnen zu danken, sondern auch durch das
Gelöbnis, bei einem glücklichen Ausgang jährlich eine Prozession von der
Pfarrkirche hinauf zur Festung und zurück zu machen mit dem Versprechen, dass
die Frauen dabei für ihre beispielhafte Tapferkeit vor den Männern und dem
Allerheiligsten den festlichen Zug anführen. Bei der „Schwedenprozession“ am
Sonntag nach Fronleichnam haben sie das Gelöbnis bis heute bewahrt. Auch auf
dem bekannten Belagerungsbild des Kronacher Malers Kaim ist dieses besondere
Ereignis ebenfalls festgehalten.



 



Die
geschundenen Männer von Kronach



Am
Melchior-Otto-Platz nahe der Stadtpfarrkirche in der Oberen Stadt steht die
imposante Ehrensäule, die den Bildhauern Johann Brenk und Hans Georg
Schlehendorn zugeschrieben wird. Die hohe Sandsteinsäule zeigt zwei Männer, das
Stadtwappen flankierend, die mit einer Hand ihre eigene, abgezogene Haut unter
dem Arm halten und mit der anderen das Wappen. Seit dem Ende des 30-jährigen
Krieges zeugen sie von der Tapferkeit der Kronacher Bürger und von den
Grausamkeiten der schwedischen Belagerer. Was war geschehen?



Als die
Schweden schon über eine längere Zeit die Stadt belagert hatten, erfuhren die
Verteidiger, dass sich der größte Teil der feindlichen Reiter zurückgezogen
hätte. Die Kronacher nützten diese günstige Gelegenheit zu einem Ausfall in das
schwedische Lager. Es gelang ihnen, zwischen die feindlichen Geschütze und das
Lager zu kommen. Sie schlugen die restlichen Schweden in die Flucht und
begannen deren Geschütze zu „vernageln“.



Plötzlich
wurde ihnen von den Posten auf der Mauer und auf den Wällen zugerufen, dass die
schwedische Reiterei wieder zurück käme. Blitzschnell zogen sich die Männer
wieder hinter die schützenden Mauern ihrer Festung zurück.



Doch vier von
ihnen – der Kupferschmied Lorenz Pabstmann, der Panzerwirt Hans Fiedler, der
Bürgersohn Rochus Körner und der Spitalknecht Berthold von Höfles – schafften
es nicht mehr, sich vor den Feinden zu retten. Sie wurden von ihnen ergriffen
und vom Hals bis auf die Fußsohlen geschunden, d.h. ihre gesamte Haut wurde
ihnen vom Körper gezogen. Anschließend wurden sie auf einem Feld verscharrt.



Als der Feind
abgezogen war, ohne die Festung bezwungen zu haben, suchten die Kronacher nach
den vier Leichnamen und bestatteten sie anschließend feierlich auf ihrem
Friedhof. Seit dem Jahre 1654 erinnern die jeweils zwei fleischfarbenen Männer
zu beiden Seiten des Stadtwappens – Fürstbischof Otto hatte es den 
Kronachern 1651 für ihre Tapferkeit und Treue während des 30-jährigen Krieges
verliehen – auf der Ehrensäule am Melchior-Otto-Platz an die tapferen Männer
und auch an die Grausamkeit eines Krieges.



Der
Burgenweg von Kronach über Weißenbrunn nach Kulmbach
 



Vom
Plessiturm aus führt der Burgenweg zusammen mit der Markierung des Frankenweges
über Weißenbrunn, die Kirchleuser Platte mit dem Samelstein und den Patersberg
nach Kulmbach, wo die gewaltige Plassenburg dem Burgenweg den Schlusspunkt
setzt. Der Burgenweg ist mit seinem Markierungszeichen durchmarkiert. Die
Entfernungen sind den Wegweisern des Frankenweges zu entnehmen. Diese
Wegestrecke ist in der Broschüre „Der Frankenweg“ von Seite 34 bis 39
beschrieben. – Doch vorher verabschieden wir uns noch von dem mittelalterlichen
Kronach:



 



a)
Von Kronach nach Weißenbrunn, dem „Bierdorf des Frankenwaldes



(Anmerkung:
Nahezu alle der folgenden Ausführungen des Hintergrundwissens basieren auf
Unterlagen des Herrn O. Schmidt aus Kulmbach.)



Nach dem
Gelände der vormaligen Landesgartenschau kommen wir über die B 85 zum Gasthaus
Fröschbrunn mit seiner 830 m langen, mit sieben Steilkurven versehenen Sommerrodelbahn,
und wandern auf einem stillen Waldweg durch einen gepflegten Hochwald aufwärts.
Am Scheitelpunkt dieses Weges biegen wir auf einem Pfad nach links ab und
steigen, an einem längst aufgelassenen Sandsteinbruch vorbei, aufwärts zum
Weiler Kaltbuch.



Wenn wir nur
wenige Meter an den Waldrand treten, genießen wir dort nach dem Aufstieg den
weiten, eindrucksvollen Blick auf das Küpser Umland, Schloss Banz und den
Staffelberg.



Wir folgen
dem Weg geradeaus über die Straße in den Wald. Nahe des Waldrandes umwandern
wir den Weiler Kaltbuch und freuen uns über die Durchblicke und die Aussichten,
wenn wir bis zur Abzweigung zur Höhe hin laufen. Der schöne Ausblick weitet
sich dabei mehr und mehr, bis wir ihn vom 22 m hohen, 1913 erbauten und 200 m
über dem Rodachtal auf dem 496 m hohen Kaltbucher Knock thronenden
Lucas-Cranach-Turm voll genießen können.



Der Aussichtsturm wurde nach dem bedeutendsten Sohn der Stadt,
Lucas Cranach d.Ä. benannt.



Wir gehen auf
der Höhe weiter und kommen nach dem Sendemast nach rechts auf einem weichen
Pfad durch schöne Waldbestände zu einer Altstraße. Diese führte von Kulmbach
nach Kronach und kreuzte am Samelstein eine weitere Altstraße (Bamberg –
Burgkunstadt – Hof). Auf dem historischen Fahrweg, oder daneben, erreichen wir
abwärts wandernd die Weißenbrunner Spinne.



Wir laufen
auf dem historischen Fahrweg weiter abwärts – nicht auf dem unbequemen Fahrweg
sondern lieber auf dem Pfad am Wegesrand. Bald haben wir auch den Ortsrand des
„Bierdorfes im Frankenwald“ erreicht.



Es wurde 1350 erstmals erwähnt, ist aber bestimmt schon viel älter.
Wenn wir der Hauptverkehrsstraße nach links folgen, fällt uns nahe der Kirche
eine steinerne Schönheit als Brunnenfigur auf, die Jungfer Kättl, das
Wahrzeichen des Ortes. Aus ihren steinernen Brüsten sprudelt Wasser (und einmal
im Jahr Bier).



 



b)
Von Weißenbrunn zum Samelstein



Wir
durchschreiten den lang gestreckten Ort. Am Beginn der Grüner Straße verlassen
wir Weißenbrunn links über 75 Stufen empor, laufen auf der Ortsstraße nach
links und biegen dann auf die zur Einzel Hohenwart führenden Stichstraße wieder
nach rechts ab. Mit schönen Rückblicken wenden wir uns noch vor der Einzel nach
rechts in den Wald und wandern im Schatten des Hochwaldes den Geiersberg (685
m) empor. Zunächst ist es ein bequemer, naturbelassener Waldweg, später ein
angenehmer Pfad, die uns bis nahe zur Einzel Holzhaus führen. Dort erwartet uns
eine wunderbare Aussicht auf das malerische Küps und sein Umland.



In der Nähe liegt der Weiler Böhlbach, oberhalb der
Schlottermühle. Nach der Sage erbauten die Franken, wohl schon im 5. Jahrhundert,
dort eine Burg zur Sicherung des Leßbachtales. Die Schlottermühle unten im Tal
ist seit 1487 nachweisbar. Seit 1618 ist sie im Besitz der Familie Ehrhardt.



Wir wandern
auf dem Fahrweg im Freien aufwärts zum Wald und kommen auf der Höhe über eine Waldwiese
(hier treffen wir wieder auf den FrankenwaldSteig, welcher uns in Weißenbrunn
verlassen hatte), rechts haltend, auf angenehmen Waldwegen zum aufgelassenen
Kirchleuser Steinbruch. Wir umgehen den Bruch, genießen oben die Aussicht,
laufen abwärts ins Freie und folgen am Birnbaum dem Feldweg nach rechts
aufwärts zur Kirchleuser Platte.



Es ist der Beginn des 3 km langen und 1,8 km breiten, nahezu
ebenen, aus Weißjura bestehenden Kirchleuser Rains, wie der Höhenrücken auch
genannt wird
.



Beeindruckend
sind die Ausblicke nach Osten und gelegentlich auch die weit reichende
herrliche Sicht, auf der Straße nach Schimmendorf, nach Westen. Ein Glanzpunkt
der Wegestrecke ist der weite Rundblick vom Kirchleuser Knock, den wir vom
Samelstein aus auf einem Zugangsweg nach Kirchleus (KC54, 750 m einfach)
erreichen.



Die sehr
schöne Wegestrecke führt zu einem der ältesten, deutschen Historiensteine, zum
Samelstein. Er zeigt einen gegürteten Mann, der wie zum Schutz die Hände hoch
hält.



 



c.
Vom Samelstein zur Gründlein(Straße) in Metzdorf/Kulmbach



Nach geraumer
Zeit verlassen wir nach dem Überqueren der Straße nach Schimmendorf wieder den
Höhenrücken und kommen bei einem herrlichen Ausblick in das westliche Vorland,
und gleich wieder durch den Wald, dann im Freien zum ersten Haus von
Oberdornlach. Im Dorf ist heute noch für Kundige der Kernhügel der vormaligen
Burganlage erkennbar.



Ohne
Abstecher verlassen wir die Straße geradeaus und wandern – begleitet von
schönen Ausblicken – auf einem naturbelassenen Feldweg geradeaus weiter, durch
die Fluren über eine Anhöhe zu einer reizvollen Tallandschaft. Wir halten uns
nach links, durchqueren den Grund und wandern im Wald ziemlich steil aufwärts
zum Beginn des Höhenrückens des Patersberges. Auf weichen Waldwegen kommen wir
auf der lang gestreckten Höhe durch einen Kiefernhochwald zum Aussichtsturm
„Schau-dich-um“, einem viereckigen, 1838 erbauten, 8 m hohen Sandsteinbau auf
dem südlichen Gipfel des 528 m hohen Patersberges.



Auf stets
angenehmen Pfaden und Steigen wandern wir rechts um den Turm herum und dann in
Serpentinen durch lichten Hochwald den Hang des Patersberges lange und
beständig abwärts. Am Bergfuß lädt eine Sitzgruppe mit einer überwältigenden
Bilderbuch-Ansicht auf Kulmbach, die Plassenburg und die waldreiche Umgebung
zum Verweilen ein. Mit der sich ändernden, aber immer schönen Aussicht laufen
wir durch zwei Höfe des Weilers Höfstätten.



Sein Ursprung geht wohl bis auf das Jahr 1000 zurück; nach dem
Brand im Jahre 1630 war der Ort zeitweilig verlassen und vergessen.



Wir wandern
geradeaus über die Straße durch den Ort weiter und auf einem naturbelassenen
Feldweg durch eine harmonisch gestaltete Landschaft. Wir lassen den Haidhügel
links liegen und erreichen an seinem Fuße entlang bald einen Wiesengrund, den
wir vor einer Baumgruppe nach rechts überqueren.



Nach der
kleinen Anhöhe laufen wir durch die weiten Fluren und dann am Rande eines
schönen Wiesentales weiter abwärts über den Mühlbach in den 1360 erstmals
urkundlich erwähnten, sicherlich aber weit älteren Kulmbacher Ortsteil
Metzdorf. Wenn wir die B 85 an der Ampel überquert haben, erreichen wir gleich
an der Wandertafel an einem Parkplatz den Stadtrand von Kulmbach.



Zur
Plassenburg weiter führt uns die Markierung des FrankenwaldSteiges.

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Tourinfos

Über diese Tour

Startort: Lauenstein, Burg Lauenstein Schwierigkeit: mittel Dauer: 24.2 h Länge: 72.6 km Höhenmeterdifferenz: 1518 m Maximale Höhe: 694 m Minimale Höhe: 300 m

Service

Einkehrmöglichkeit

Was zeichnet die Tour aus

60% Kondition

Kontakt

Frankenwaldverein e.V.

Karlsgasse 7, D-95119 Naila

 

T: 09282/3646

info@frankenwaldverein.de

https://www.frankenwaldverein.de/

Ersteller

Frankenwaldverein e.V.

T: 09282/3646

info@frankenwaldverein.de

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