Touren im Frankenwald –“ Wandertouren

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Durch den idyllischen Franken(ur)wald

Radfahren
Werner Rost -

01/03 Altvaterturm bei Lehesten von Werner Rost

Andreas Hub -

02/03 Bad Steben, Ortsansicht von Andreas Hub

Werner Rost -

03/03 Kulmberg mit blühender Phacelia von Werner Rost

Mit dem Fahrrad über den Rennsteig ins Selbitz- und Saaletal

Streckenverlauf: Steinbach am Wald - Lehesten - Brennersgrün - (Wetzstein -Brennersgrün) - Grumbach - Rodacherbrunn - Kulmberg - ab hier alternativ weiter nach Schlegel - Blankenstein oder nach Carlsgrün - Bad Steben.

Am Ausgang des Bahnhofs in Steinbach am Wald halten
wir uns rechts und erreichen den Rennsteig-Radweg am Ende der Straße.
Dort überqueren wir die Straßenbrücke über die Frankenwaldbahn. Noch zur
Zeit des geteilten Deutschlands hat der Bildhauer Heinrich Schreiber
die zwei Sandstein-Skulpturen beiderseits der Brücke erschaffen. Seit
1984 symbolisieren diese "Brückensteine" die jahrhundertelange
Verbindung zwischen Thüringen und Franken durch den Rennsteig.


Wir folgen dem asphaltieren Radweg bis zu dessen
Ende an der Landesgrenze bei  Ziegelhütte. Dort besteht die Gelegenheit
für einen kurzen Abstecher zum Schönwappenweg (Näheres siehe Wandertour
8. Der Rennsteig-Radweg verlässt bei Ziegelhütte die Route des
gleichnamigen Wanderwegs und verläuft die folgenden zwei Kilometer auf
der Straße, bis rechts ein geschotterter Radweg beginnt. Von diesem
zweigt bald darauf der Weg zum Schieferpark mit dem technischen Denkmal
des historischen Schieferbergbaus ab (Näheres siehe Wandertour 6).


Direkt am Radweg - zwischen dem Abzweig zum
Schieferpark und Lehesten - erfährt man, dass der Schieferabbau
ökologische Probleme aufgeworfen hat. Eine Info-Tafel erklärt die
Funktionsweise einer ehemaligen Versuchsanlage, mit der man in den
1990er Jahren versucht hat, das saure Grubenwasser aus dem
Schieferbergbau zu neutralisieren.


Wir durchqueren nun Lehesten auf der Straße nach
Brennersgrün. Kurz vor dem Ortsausgang der einstigen
Schieferbergbaustadt zweigt der Rennsteig-Radweg rechts ab und führt in
einem großen Bogen südlich um den Wetzstein. Am sogenannten "Rondell"
befindet sich eine außergewöhnliche Schutzhütte für Wanderer: Es handelt
sich um einen Stahlbunker, der bis 1989 auf dem Wetzstein-Gipfel beim
heutigen Altvaterturm stand. Darin befand sich einst die örtliche
Kommando-Zentrale der Stasi (DDR-Staatssicherheitsdienst).


Wer den Altvaterturm auf dem Wetzstein besuchen
möchte, hält sich an der Straße Lehesten-Brennersgrün links und folgt
dieser Straße bis zum ausgeschilderten Straßenabzweig zum Berggipfel
(Näheres zum Turm siehe Wandertour 8).


Nach dem Abstecher zum 792 Meter hohen
Wetzstein-Gipfel radeln wir geradeaus durch Brennersgrün, halten uns
dort am Ortsausgang in Richtung Tschirn links und durchqueren das
Buchbachtal. Über Grumbach erreichen wir Rodacherbrunn und folgen von
dort zunächst der links abzweigenden Straße nach Neundorf. Während
Rennsteig-Wanderer im Wurzbacher Forst auf Wurzelpfaden unterwegs sind,
bleiben die Radfahrer zunächst auf der Straße. Eineinhalb Kilometer
hinter Rodacherbrunn ist der Rennsteig-Radweg nach rechts
ausgeschildert.

Die Kuppe des 727 Meter hohen Kulmbergs erhebt sich
aus dem Höhenrücken, auf dem auch der Rennsteig verläuft, weil das
vulkanische Diabas-Gestein verwitterungsbeständiger ist als die
umgebenden Meeresablagerungen. Den Wald rings um den Kulmberg könnte man
als "Franken-Ur-wald" bezeichnen. Weil dieses Gebiet stets recht
unzugänglich war, blieb hier ein Laubholz-Mischwald mit Bergahorn,
Rotbuche und Gemeiner Esche erhalten, während derart naturnahe Wälder
andernorts reinen Fichtenkulturen weichen mussten.


Der Kulmberg und die umliegenden Flächen gehören zum
14 Hektar großen Naturschutzgebiet "Kulm". Daran schließt sich das fast
1300 Hektar große Naturschutzgebiet "Jägersruh-Gemäßgrund-Mulschwitzen"
an, das sich zwischen Titschendorf und Schlegel erstreckt. Beide
Naturschutzgebiete sind Teilbereiche des 7209 Hektar großen europäischen
Vogelschutzgebietes "Frankenwald-Schieferbrüche um Lehesten". Dieses
großräumige Schutzgebiet reicht von den Schieferbrüchen um Lehesten bis
zur Mündung der Thüringischen Muschwitz in die Selbitz bei Blankenstein.
Es umfasst naturnahe Buchen- und Bergmischwälder, ausgedehnte
Schieferhalden, naturnahe Fließgewässer und artenreiches
Gebirgsgrünland. Dieses europäische Vogelschutzgebiet ist ein
bedeutendes Refugium für Schwarzstorch, Haselhuhn, Uhu, Schwarzspecht,
Grauspecht, Rauhfußkauz, Sperlingskauz und weitere seltene Arten.


Spätestens am Kulmberg muss man sich entscheiden, ob
man die Tour nach Blankenstein oder nach Bad Steben fortsetzen möchte.
Südlich des ehemaligen Steinbruchs ist der Weg nach Carlsgrün
ausgeschildert. Von diesem Abzweig sind es nur wenige Meter entlang des
Rennsteig-Radwegs bis zu einer Info-Tafel über das Naturschutzgebiet.


Auf dem Rennsteig-Radweg gelangt man nach Schlegel
und von dort entlang der Straße weiter über die "Wegespinne" und
Kießling nach Blankenstein an die Ufer von Selbitz und Saale (Näheres
siehe Wandertour 11). Wer vom Kulmberg nach Bad Steben fahren möchte,
folgt dem Wegweiser "Carlsgrün" und durchquert im Bereich des Grünen
Bandes das obere Tal der Thüringischen Muschwitz (Näheres zu diesem Tal
siehe Wandertour 10).


Um nach Bad Steben zu gelangen, folgt man dem
breiten Forstweg geradeaus und erreicht südlich von Schleeknock die
Carlsgrüner Rodungsinsel. Von der Straße nach Carlsgrün bieten sich
schöne Ausblicke auf das eben durchquerte Tal. Oberhalb von Carlsgrün
erreichen wir einen Fuß- und Radweg, der uns nach links ins bayerische
Staatsbad Bad Steben führt (Näheres zum Kurort siehe Wandertour 10).

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Tourinfos

Über diese Tour

Startort: Bahnhof Steinbach am Wald Schwierigkeit: mittel Dauer: 3.5 h Länge: 34.7 km Höhenmeterdifferenz: 378 m Maximale Höhe: 735 m Minimale Höhe: 439 m Kondition: mittel

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