Touren im Frankenwald –“ Wandertouren

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Auf den Spuren des erwürgten Mockerls

Radfahren
Andreas Hub -

01/06 Wehrkirche in Steinbach a.Wald von Andreas Hub

 -

02/06 Festung Rosenberg, Kronach

Andreas Hub -

03/06 Mauer-Gedenkstätte Heinersdorf-Welitsch von Andreas Hub

Werner Rost -

04/06 Bahngleis bei Schauberg von Werner Rost

Michael Teuber, Töpen -

05/06 Europäisches Flakonglasmuseum in Kleintettau von Michael Teuber, Töpen

Ralf Schmitt -

06/06 Tropenhaus Klein-Eden, Kleintettau von Ralf Schmitt

Mit dem Fahrrad über den Rennsteig ins Tettau- und Haßlachtal

Streckenverlauf: Steinbach a. Wald - Kleintettau oder Kalte Küche und Tettau - Alexanderhütte - Sattelgrund - Schauberg - Heinersdorf - Neukenroth - Wolfersdorf - Stockheim - Haßlach bei Kronach - Gundelsdorf - Knellendorf - Kronach.

Über 400 Meter beträgt der Höhenunterschied zwischen
der Kreisstadt Kronach im westlichen Frankenwald und der
Rennsteigregion an der fränkisch-thüringischen Landesgrenze. Für eine
abwechslungsreiche, nicht allzu anstrengende Radtour entlang des Grünen
Bandes bieten sich die Regionalzüge auf der Frankenwaldbahn zwischen
Kronach und Saalfeld als "Schlepplifte" an. Der Scheitelpunkt dieser
Bahnstrecke liegt mit 594 Metern über dem Meeresspiegel beim Bahnhof
Steinbach am Wald. 300 Meter weiter nördlich kreuzen der
Rennsteig-Wanderweg und der Rennsteig-Radweg diese Bahnstrecke.


Nach Verlassen des Bahnhofs halten wir uns rechts
und erreichen den Rennsteig-Radweg am Ende der Straße. Dort folgen wir
dem Radweg nach links. Beim Glas-Obelisken kreuzen wir die B 85, die dort
ihren Scheitelpunkt hat. Der Radweg verläuft nun auf einem schmalen
Schotterweg links von der Straße.


Nach acht Kilometern, beim grünen Straßenschild
"Rennsteig 720 Meter über NN", muss man sich entscheiden, ob man die
Tour über Kleintettau fortsetzen möchte, um dort das Europäische
Flakonglasmuseum und das Tropenhaus Klein-Eden zu besichtigen, oder ob man dem Rennsteig in Richtung
Spechtsbrunn folgen möchte, um an der Kalten Küche das gemeinsame
Informations-Zentrum der Naturparke "Thüringer Wald, Thüringer
Schiefergebirge / Obere Saale und Frankenwald" zu besuchen.


Auf beiden Strecken lernt man eine Nutztierrasse
kennen, die erst seit 1980 im Frankenwald heimisch geworden ist:
Schottische Hochlandrinder, die sich auf den Weiden in der
Rennsteigregion des Frankenwaldes sichtlich wohl fühlen. Diese robuste
Rinderart wird in zunehmenden Maße in der Landschaftspflege eingesetzt,
um blumenreiche Wiesen und traditionelle Kulturlandschaften zu erhalten.


Auf der fränkischen Seite gelangt man entlang der
Staatsstraße nach Kleintettau und Alexanderhütte (Fortsetzung durchs
Tettautal siehe weiter unten). Um zur Kalten Küche zu gelangen, folgt
man dem Rennsteig-Radweg, der zunächst diese Straße und einige hundert
Meter weiter die Straße nach Spechtsbrunn kreuzt. Kurz vor der
fränkisch-thüringischen Landesgrenze befindet sich eine Wanderhütte.
Dort erfährt man an Info-Tafeln, wie es einst bei der Köhlerei, bei der
Glas- und Porzellanherstellung sowie bei der Metallanreicherung in den
Saigerhütten zuging.


An der Schildwiese überqueren wir die Landesgrenze
und befinden uns nun am Grünen Band. In der Nähe der beiden Wappensteine
aus den Jahren 1725 und 1789 befand sich zu jener Zeit ein Zollhaus.
Direkt am Grünen Band informiert der Landschaftspflegeverband
Frankenwald über seine Arbeit im Naturpark.

Der Rennsteig-Radweg führt weiter zur Schleifenwiese
am Grünen Band. Am Rastplatz informieren Tafeln über die Bedeutung und
den Schutz dieses Biotopverbundes in Thüringen. Nach links besteht eine
gute Aussicht über die offenen Fluren im Bereich des ehemaligen
Grenzstreifens.


Am Info-Zentrum an der Kalten Küche verlassen wir
den Rennsteig und folgen nun den Schildern "Rennsteig-Main-Lions-Radweg"
ins Tettautal. Nach einem Kilometer überqueren wir wieder die
Landesgrenze. Rechts der Straße wird das Grüne Band durch eine extensive
Beweidung offen gehalten, um den Lebensraum für gefährdete Tagfalter-
und Pflanzenarten zu bewahren.


Wer mehr vom Grünen Band rings um Tettau sehen
möchte, kann sein Fahrrad im Ort abstellen und von der Kirche aus eine
Kurzwanderung zum Kolonnenweg unternehmen. Für Freunde des "Weißen
Goldes" lohnt sich ein Besuch der Königlich privilegierten
Porzellanfabrik Tettau, der ältesten Porzellanfabrik Bayerns.


Um die Radtour fortzusetzen, folgt man den Schildern
in Richtung Alexanderhütte. Das grenzübergreifende Naturschutzgebiet
zwischen Sattelgrund und Schauberg im naturnahen Tettautal ist ein
Lebensraum für zahlreiche gefährdete Vogel- und Fischarten. Bachneunauge
und Westgroppe leben im Tettaubach. Zur Verbesserung des Biotopverbunds
werden im Rahmen der Landschaftspflege die standortfremden Fichten im
Tal entfernt.


Entlang der folgenden Etappe bis Heinersdorf
erkennen wir an vielen Stellen den Bahndamm der ehemaligen
Tettautalbahn. Auf der Bahnstrecke schnaufte einst das "Tettauer
Moggerla", wie man im Volksmund die Züge mit den kleinen Dampfloks
nannte. Die Lokalbahn vom Bahnhof Pressig-Rothenkirchen nach Tettau
wurde im Juni 1903 eröffnet. Die hiesige Glas- und Porzellanindustrie
hatte auf einen Bahnanschluss gedrängt.


Im unteren Tettautal radeln wir zwischen dem Abzweig
nach Judenbach und Heinersdorf drei Kilometer durch ein idyllisches
Naturschutzgebiet, das für Privat-Pkw gesperrt ist. Die Grünlandflächen
werden hier nur teilweise gemäht. Die ehemaligen Wiesen sind deshalb
verbuscht oder haben sich zu üppigen Pestwurzfluren entwickelt. Um die
Artenvielfalt zu erhalten, werden einige Bereiche des Tettautals
extensiv beweidet. Das Thüringer Kulturlandschaftsprogramm fördert
dieses Projekt. Außerdem hat der Bund für Umwelt- und Naturschutz
Deutschland hier einige Grundstücke erworben, um eine
naturschutzgerechte Pflege sicherzustellen.


In Heinersdorf hält man sich geradeaus, folgt weiter
den Radwegschildern und gelangt schließlich zum ehemaligen
Grenzübergang nach Welitsch. Dort ist ein 50 Meter langer Abschnitt der
Mauer in "Berliner Bauart" aus Beton als Mahnmal erhalten geblieben. Ein
Gedenkstein erinnert an die "friedlich erzwungene Grenzöffnung" am 19.
November 1989.


Unmittelbar nach dem Ortsausgang Heinersdorf, gleich
hinter dem Mauer-Denkmal, führt uns rechts ein Asphaltweg von der
Straße weg. Nach einigen hundert Metern sehen wir noch einmal ein Stück
des Kolonnenwegs, bis wir schließlich nach links abbiegen und den
Schildern weiter nach Südosten in Richtung Kronach folgen.


Ab Neukenroth befinden wir uns im Tal der Haßlach,
die oberhalb des gleichnamigen Dorfes am Rennsteig östlich von Steinbach
am Wald entspringt. Dem Haßlachtal folgen wir nun weiter nach Süden.
Kurz vor Gundelsdorf ist erstmals die Kronacher Festung Rosenberg zu
erkennen. Direkt am Radweg zwischen Gundelsdorf und Knellendorf erinnert
eine Gedenkstelle mit einem steinernen Kunstwerk daran, dass sich hier
vom 12. September 1944 bis zum 13. April 1945 eine Außenstelle des
Konzentrationslagers Flossenbürg befand. Mehr als hundert jüdische
Frauen waren hier inhaftiert. Sie mussten im Luftwaffennachschublager am
Bahnhof Gundelsdorf Zwangsarbeit verrichten.


Am Ziel unserer Radtour in Kronach befinden wir uns
bereits außerhalb des Schiefergebirges. Hier im Bereich der
Obermainischen Bruchschollenzone haben die drei Frankenwaldbäche
Haßlach, Kronach und Rodach im Laufe der jüngeren Erdgeschichte breite
Wannentäler entstehen lassen. Viele Abschnitte dieser Bäche wurden für
die Flößerei begradigt. In Kronach lohnt sich ein Spaziergang durch die
"Obere Stadt". Das sehenswerte historische Ensemble strahlt ein
mittelalterliches Flair aus.

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Anfahrt

Den Ausgangspunkt Bhf Steinbach am Wald erreicht man per PKW über die B 85.

Anfahrt (ÖPNV)

Der Ausgangspunkt der Tour, Bhf Steinbach a.Wald, erreicht man mit Regionalzügen aus Richtung Saalfeld oder Kronach.
Tourinfos

Über diese Tour

Startort: Bahnhof Steinbach am Wald Schwierigkeit: leicht Dauer: 4 h Länge: 44.9 km Höhenmeterdifferenz: 206 m Maximale Höhe: 730 m Minimale Höhe: 308 m Kondition: leicht

Service

Einkehrmöglichkeit
Familienfreundlich

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