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Der Fernwanderweg vom „Drehkreuz des Wanderns“ über das Vogtland und das Erzgebirge nach Altenberg/Geising


Der KAMM



Der Fernwanderweg vom „Drehkreuz des Wanderns“ über das Vogtland und das Erzgebirge nach Altenberg/Geising



In Thüringen:



Blankenstein – Hirschberg – Mödlareuth – Dreifreistaatenstein        27,7 km



a) Dreifreistaatenstein – Straßenreuth – Gebersreuth – Mödlareuth – B2/Juchhöh –       Öhninger Hütte – Hirschberg       13,5 km



Der anschaulich gestaltete Grenzstein für die drei Freistaaten deutet den Verlauf der drei Landesgrenzen an und erläutert an den Seitenflächen mit den geschichtlichen Besitzverhältnissen die Lage: F. R. (Fürstentum Reuß = Freistaat Thüringen), K.S. (Königreich Sachsen = Freistaat Sachsen) und K.B. (Königreich Bayern = Freistaat Bayern). Das Besondere an diesem Grenzpunkt ist, dass es neben 15 Drei-Länder-Ecken in Deutschland das einzige Drei-Freistaaten-Eck ist. Info-Tafeln geben Auskunft über den Grenzstein und das Grüne Band.



Oberhalb des Dreifreistaatensteines überschreiten wir die Landesgrenze zwischen Sachsen und Thüringen. Dabei verlassen wir den naturnahen Weg und folgen nun etwa 1,5 km einem Wirtschaftsweg mit schönen Ausblicken. Auf der Höhe säumen ab und zu Bäume und Feldgehölze unseren Weg. Kurz vor dem Weiler Straßenreuth verlassen wir die nach links abbiegende Straße und wandern auf dem Feldweg geradeaus leicht abwärts in das nahe Gebersreuth (2,4 km) bis zur Durchgangsstraße.



Dort biegen wir nach links ab und laufen auf der Straße in Richtung Mödlareuth bis kurz hinter das Ortsschild. Wir verlassen die Ortsverbindungsstraße nach rechts und gehen den Fahrweg am Waldrand entlang leicht bergan und folgen ihm weiterhin leicht steigend nach links in den lichten Hochwald, bis wir auf einer Anhöhe wieder auf den Saale-Orla-Weg stoßen. Mit ihm wandern wir auf einem naturbelassenen Waldweg nach links bis wir auf einen Feldweg stoßen. Wir halten uns kurz nach rechts und biegen gleich wieder nach links ab und kommen auf einem sehr angenehmen Weg abwärts zum Ortsanfang von Mödlareuth ( E – 2,6 km).



Der mitten durch fließende Tann(en)bach wurde dem einst rund 250 Einwohner zählenden Dorf in der Nachkriegszeit zum Verhängnis; vier Jahrzehnte teilte der undurchdringliche „Eiserne Vorhang“ die Menschen dieses kleinen Dorfes in „Ost“ und „West“. „Klein-Berlin“ wurde deshalb das kleine Dorf genannt, weil die Bewohner beider Teile nach und nach durch Mauer und Grenzanlagen genau so undurchdringlich und gleichermaßen unmenschlich wie eben Berlin getrennt wurden.



Am 17. Juni 1990 feierten die Bewohner gemeinsam den Abbruch dieser Mauer im gemeinsamen Deutschland. In dem zur Gemeinde Töpen gehörenden südlichen Ortsteil und in dem nördlichen zum Landkreis Schleiz zählenden Teil leben gegenwärtig weniger als 50 Bewohner. Gleich nach der Wiedervereinigung begann man mit dem Aufbau eines deutsch-deutschen Museums, das in der Folgezeit beständig erweitert und ausgebaut wurde. Es zeigt eindringlich die Realität jener Zeit, in der Deutschland geteilt war.



Wir bleiben in Thüringen und gehen am Gasthaus vorbei über die Straße und dann am Zaun des Museums entlang. Wir überqueren die Straße, folgen jener nach Juchhöh führenden etwa 100 m und biegen dann in den parallel zum Tannbach verlaufenden Kolonnenweg ein. Erst im Wald macht unser Wanderweg einen Schwenk nach rechts aufwärts zu einem Fahrweg, der links bergan an einer Wiese endet. Wir müssen uns erst etwas umsehen, bis wir den Einstieg in den Wald gefunden haben. Diesem angenehmen, naturbelassenen Waldweg folgen wir nahezu eben durch einen alten Fichtenbestand immer geradeaus bis zur Bundesstraße 2 (2,0 km), die wir geradeaus überqueren. Hier bietet sich auf der Straße kurz nach rechts eine Einkehr an.



Ehe der Kamm auf einem Feldweg zwischen den großflächigen Feldern wieder in den Wald eintaucht, freuen wir uns über den schönen Ausblick hinüber zum Fichtelgebirge. Weiterhin verläuft unser Wanderweg immer geradeaus durch einen Wald mit Fichtenbeständen leicht bergab. Doch dann dürfen wir den Pfad nicht verpassen der nach links abfallend zu der im Jahre 1994 eingeweihten, auf einer Felsklippe stehenden Öhninger Hütte, einem Aussichtspavillon mit einer Sitzgruppe, führt. Von hier aus sind es nur wenige Meter weiter zu einem weiteren Aussichtspunkt auf einem Felssporn.



Es ist hier ein Ort der Stille geblieben, an den man gern verweilt: Nahe des Tannbachs, der hier, von felsigen Talhängen begrenzt, in die Saale mündet und einst in der Abgeschiedenheit die undurchdringliche Grenze bildete. Wir steigen etwas vorsichtig den felsigen Pfad abwärts zu einem freien Platz mit dem nahen Plattenweg im Tal der Saale.



Von nun wird der Kolonnenweg die Route unseres Wanderweges über weite Strecken vorgeben. Wir folgen ihm entlang des Grünen Bandes, wo zahlreiche junge Birken, aber auch andere Laubgehölze das Landschaftsbild prägen. Dieser ehemalige Weg der Grenztruppe ist schon über weite Teile gut verwachsen, oder aber lässt in seiner Mitte oftmals einen „grünen Pfad“ zum Wandern. Es ist erholsam, wenn wir die uns umgebende natürliche Stille förmlich spüren, wenn uns unser Wanderpfad auf dem durchschnittlich 75 m breiten Grünen Band in stiller Abgeschiedenheit entlang führt durch diese urwüchsige und ursprüngliche Landschaft. Es ist ein Teilstück von dem vom Eismeer bis zum Schwarzen Meer reichenden 1393 km langen Grünen Bandes.



Wir wandern zunächst leicht steigend, dann wieder recht steil bergan. Wenn der steile Anstieg in eine sanftere Steigung übergeht, müssen wir acht geben, dass wir das Abbiegen auf den Pfad nach links in den Hochwald nicht versäumen. Wir sollten auch Acht geben, dass wir den Abstecher zum lohnenswerten Aussichtspunkt an der Pößnecker Hütte nicht übersehen. Ein einmalig angenehmer Pfad führt uns nun abwechslungsreich auf dem oberen, das Saaletal begrenzenden Hang bis zum Beginn des Hirschberger Hags. Es geht bergan und bergab, wir überschreiten eine tief eingeschnittene Senke eines Rinnsals, müssen zeitweise auch auf den Weg am Abhang zu achten und können uns oft über Durchblicke und reizvolle Ausblicke auf die Saale und ihre Tallandschaft, auf das Umland und auf das Hirschberger Schloss freuen.



Leicht abwärts wandernd kommen wir der Saale immer näher und damit auch zum Hag, der zu einem beliebten Naherholungsgebiet geworden ist und von dem es früher einmal hieß: „Der schöne Hag ist Hirschbergs Stolz“. Unter seinen alten Buchen und Eichen kann man sich in die Vorzeit versetzt fühlen.



Bald erreichen wir auch eine Besonderheit: Eine 30,125 m lange Bank mit dem Platz für 97 Personen, deren Sitzfläche und Lehne in einem Stück aus dem Stamm eines 130 alten Baumes gefertigt wurde. Sie stand einmal als „Saalebank“, als längste Bank aus einem Stamm im Guinessbuch der Rekorde, sie ist aber inzwischen von einer 35 m langen Bank in Bad Berga verdrängt worden. Die Saalebank hatte eine 26,24 m lange Vorgängerin. Über den fest in der zerklüfteten Felswand verankerten Hängesteg, über dem Wasserspiegel der Saale, erreichen wir den Stadtrand von Hirschberg.



Wenn wir uns umblicken, sehen wir die Stadt, die terrassenförmig vom Saaleufer den mächtigen Felsen des Schlossberges steil emporsteigt, auf dem das alte Bergschloss (unter Heinrich XIII. Reuß-Plauen von 1698 – 1711 erbaut) thront.



Ein mächtiger Hirsch blickt etwas unterhalb des Felssporns über das Tal der Saale. Diese Felswand birgt auch die Wenzelshöhe, wo die Hirschberger einst den Böhmen-König Wenzel vor seinen ihn verfolgenden Feinden versteckt haben sollen. Wir laufen auf dem Fußweg zum Saaleufer und folgen ihm bis zum Museum für  Gerberei- und Stadtgeschichte und zum Hirschberger Wappen (E – 6,7 km).



Wir sehen uns noch etwas um, ehe wir unsere Wanderung fortsetzen.



Da informiert ein Denkstein, dass die erstmals 1925 erbaute und zum Kriegsende gesprengte Brücke 1997 als „Heinrich Knoch Brücke“ wieder erbaut wurde. Vorgänger der beiden Brücken waren die von Otto Knopf erwähnten Holzstege, die im Spätherbst wegen des zu erwartenden Eisgangs abgebaut wurden.



Gleich daneben steht die „Hag Linde“. Sie wurde am 3.10.1997 anlässlich des „Brückenschlags“ von der Frankenwaldverein Ortsgruppe Hirschberg und der Schwarzwaldsektion Öhningen-Hörl gepflanzt.



Nahe dem Museum erinnern eine große Gerbertrommel und weitere Infos an die Zeit der Lederherstellung in der Knochschen Lederfabrik und daran, dass sie zeitweise als Europas größte Sohlenlederfabrik galt. In dem rechts im Hintergrund stehenden, denkmalsgeschützten Gebäude, dem Pferdestall, standen die Pferde, die in vergangenen Tagen die dort mit Leder beladenen Wagen zum Bahnhof nach dem etwa 20 km entfernten Reuth im Vogtland brachten.



Am hinteren Rande der durch den Abriss geschaffenen 15 ha große Freifläche stehen noch weitere Gebäude, die in der Zeit der großen Lederfabrik eine bestimmte Funktion zu erfüllen hatte. Wie groß das Betriebsgelände einst war, zeigt die große neu gestaltete Freifläche bis hin zum Stadtrand. Die farbenfrohen Gebäude am westlichen Rand beherbergen den Kindergarten.



 



b) Hirschberg – Sparnberg – Rudolphstein – Pottiga – Blankenberg – Blankenstein/Untereichenstein     14,2 km



Wir verlassen die 1268 als Reichsfeste erstmals urkundlich erwähnte, etwa 2000 Einwohner zählende Stadt (Stadtrecht 1479) geradeaus auf dem Fahrweg am Ufer der ruhig dahinfließenden Saale bis zum Klärwerk. Nun führt der Kamm wieder auf dem uns schon vertrauten Plattenweg weiter. Dieser ehemalige Grenzstreifen bot bedrohten Tieren und Pflanzen Gelegenheit zur Ansiedlung und Entwicklung. Das Tal wird enger und wir steigen beständig leicht und steiler den Hang hinauf. Mit zunehmender Höhe verlassen wir die Nähe zur Saale und zunehmend auch den jungen Laubwald mit den vielen Birken.



Der begraste Mittelstreifen, die Festplatten und die schon teilweise begrasten offenen Wegeplatten des Kolonnenweges erleichtern das Laufen, wenn wir wieder aufwärts wandernd den höchsten Punkt der Wanderung in diesem Abschnitt erreichen. Schließlich wird der lange Anstieg auf der Höhe mit einem Rastplatz und einem schönen Ausblick belohnt.



Wir halten uns nach links und wandern einen naturbelassenen, von einem Fichtenjungwald gesäumten Waldweg recht steil abwärts und nach der Talsenke in gleicher Weise steil bergan zur Autobahn (A 9), wo sich ein schöner Ausblick bietet. Wir unterqueren sie auf dem Plattenweg und folgen ihm weiterhin durch einen Nadelwald bergan. Wenn wir schon die Höhe ahnen, müssen wir auf die Markierung achten, denn wir verlassen den Plattenweg nach links und laufen einen angenehmen Weg am Ortsrand von Sparnberg an der Stelle entlang, wo einst der Zaun des „Eisernen Vorgangs“ unser Land teilte.



Bald kommen wir auch an die Stelle, die wir uns als Standort der bei der ersten urkundlichen Erwähnung (1202) genannten Grenzbefestigung gut vorstellen können. Ihre Reste wurden nach dem Kriege abgetragen. Wir kommen an der liebevoll durch großzügige Spenden restaurierten Kirche vorbei, der wir einen Besuch abstatten sollten (Schlüssel bei Baumann gegenüber). Vorgängerin der Kirche war vermutlich eine Schlosskapelle am gleichen Ort, die Keimzelle des Ortes die Burg.



Wir laufen auf der Hauptstraße abwärts und biegen im Talbereich (4,9 km) nach links ab zu der nach der Wende gebauten Holzbrücke, die uns über die Saale und die Landesgrenze für einen kurzen Wegeabschnitt nach Rudolphstein in den Freistaat Bayern führt. In einer Seitenstraße unterhalb der Kirche zeigt ein sehenswertes, großes Gemälde Sparnberg in längst vergangenen Tage mit der Vorgängerin dieser Verbindung: Die seit 1725 bestehende Saalebrücke, die 1844 überdacht wurde. Zum Kriegsende wurde sie von der deutschen Wehrmacht gesprengt und 1946 von den Sowjets gar abgerissen.



In Rudolphstein sehen wir das massive, hohe, zweistöckige Schloss. Im kleiner gewordenen Schlossgarten sind das Jägerhäuschen und das Rondell, das früher als Tanzhaus diente, sehenswert. Die Herren waren die Geschlechter von Dobeneck, von Oberländer, von Gailsdorf und von Koch. Es könnte sein, dass der 1456 erstmals urkundlich erwähnte Ort nach dem Rudolph von Dobeneck benannt worden war. 1925 kaufte der Fabrikbesitzer Fritz Koch aus Hirschberg Schloss und Gut. Ihm ist die Erhaltung der Grenzfeste zu verdanken, die sich heute noch im Besitz der Familie befindet.



Wir durchschreiten den Ort und gehen gleich nach dem Ortsende am Rande des Großparkplatzes abwärts zur Kläranlage und weiter über die „blaue“ Fußgängerbrücke wieder zurück nach Thüringen und zum Kolonnenweg zum Standort des ehemaligen Gutes Saalbach. Die von Grenztruppen der DDR abgetragenen Reste des Mühlgrabens erinnern heute noch an jene vergangene Zeit. 1389 wird das Gut als „Hammerschmiede unter dem Eisenbühl“ und im 15. Jahrhunderts als „Saalhammer“ erwähnt.



Wir wandern den Plattenweg am Saalebogen entlang, vorbei an einem Wildgehege, und genießen die unberührte Natur am vormaligen Grenzstreifen. Am überwachsenen (scheinbaren) Ende des Kolonnenweges laufen wir – mit dem Blick auf die (bayerische) Blumenaumühle – über die Wiese und folgen dem Feldweg, begleitet von der Tallandschaft des Crahlesbaches und von schönen Ausblicken, hinauf zum 500 m hoch gelegenen Pottiga mit dem schönen Marktbrunnen. Kurz vor dem Dorf machen wir noch einen lohnenswerten Abstecher (150 m) zum nahen,  sehenswerten Aussichtspunkt am Wachhügel. Wenn wir zum Wanderweg zurückkommen, ist es nur noch einen Katzensprung bis zur Ortsmitte (E – 4,9 km).



In der als Pothogaw erstmals urkundlich erwähnten slawischen Ansiedlung wurde bis Ende des 19. Jahrhunderts Bergbau betrieben. Der Dorfteich kündet noch vom einstigen Wallgraben. Hier freuen wir uns über den schönen Blick auf die A 9 mit dem Brückenhotel, Sparnberg und Gupfen (612 m) mit einigen Häusern von Eisenbühl in Bayern. Die ursprünglich sorbische Siedlung wurde 1325 erstmals urkundlich erwähnt. Der Pottigaer Markt mit der Kirmes ist bekannt.



Wir wandern die „Waldstraße“ links aufwärts zum Wald, verlassen den Plattenweg aber schon bald nach links, wo wir gleich mit einem schönen Blick hinüber nach Kemlas im Fränkischen und auf das Umland überrascht werden. Es ist wohltuend, auf diesem naturbelassenen Pfad auf angenehmen Waldboden abwärts zu wandern, bis der Kellerweg links hinab zur Blumenaumühle abwärts abzweigt. Der angenehme Pfad führt uns nun geradeaus leicht bergan zur Höhe.



Wenn wir aus dem Wald treten, gehen wir am Rand der Wiese wieder zurück zum nahen Kolonnenweg. Abwärts wandernd haben wir einen schönen Blick über die Landesgrenze hinweg auf Kemlas, Unterkemlas, Unterwolfstein. Wir überschreiten den Trussenbach und kommen bald zu den ersten Häusern von Blankenberg. Der von Bäumen gesäumt Bach mündet nach kurzem Lauf in die Saale. Wenn wir auf Ortstraßen rechts bergan gehen, erreichen wir in kurzer Zeit die Kirche und das Zentrum von Blankenberg auf der Höhe (E – 2,8 km).



Ehe wir weiterwandern, sollten wir es nicht versäumen, einen Abstecher zu machen zum „Geschützten Bodendenkmal“, zum Schlossberg, zur Burgruine Blankenberg, mit den spärlichen, aber liebevoll restaurierten Resten des 1948 sinnlos gesprengten, 1232 erstmals urkundlich erwähnten Schlosses. Der Fußweg führt uns kurz weiter zur Bastei, einem Naturdenkmal. Die Diabasriffe dieser Felsenkanzel fallen 75 m steil in das Saaletal ab und bieten ebenfalls einen herrlichen Ausblick.



Wenn wir von Pottiga kommend die Hauptstraße erreicht haben, hätte sich auch ein kurzer Abstecher links abwärts zu der unter Denkmalschutz stehenden Papiermühle und zur Pferdebahn gelohnt. Die heutige Tourismusattraktion verband einst die vormalige Flinsche Papiermühle mit der damaligen WPR (Wiedes Papierfabrik Rosenthal). Die Gemeinde Blankenberg hat den Gesamtkomplex mit großem Erfolg abgebaut.



An der Kirche biegen wir von der Straße nach links in einen Fußweg ab und erreichen am Kinderspielplatz vorbei den sehr schönen Aussichtspunkt, den „Hochzeitskorb“ hoch über dem Saaletal. Unser Blick gleitet über die Tallandschaft der Saale, auf Blankenstein, den Gupfen (612 m) mit Eisenbühl, den Sieglitzberg (733 m) mit dem Telekom-Mast und den Wolfstein gegenüber. Man sagt, dass sich früher am „Hochzeitskorb“ Brautpaare nach der Trauung in der nahen Kirche (ein Besuch lohnt sich!) hierhin zu einer Fotoaufnahme begeben haben.



Der herrliche Ausblick begleitet uns, wenn wir unserem Wanderweg weiterhin geradeaus zu einer Ortsstraße folgen. Wir wenden uns nach links, laufen in einem Rechtsbogen durch den Ort und überqueren die Durchgangsstraße geradeaus zu einem weiteren reizvollen Aussichtspunkt „Zigeunerhügel“. Wenn wir die Aussicht von diesem „Drei-Länder-Blick“ (vormals Preußen, Reuß und Bayern) genossen haben, kehren wir, rechts haltend zur Hauptstraße zurück und überqueren sie. Nach dem letzen Haus biegen wir auf einen Fußweg nach links ab und kommen abwärts wandernd, zuletzt über Treppenstufen hinab in das Tal zum Beginn der Pferdebahn mit dem Blick auf die deutschlandweit bekannte und bedeutende ZPR.



Dort informiert eine Tafel an der Felswand, dass von 1950 bis 1961 etwa 60.000 unschuldige Menschen in der DDR aus dem Grenzgebiet zwangsausgesiedelt wurden, davon 32 aus Blankenberg. Dazu gehörten auch die 9 Familien der fünf Häuser des hier verschwundenen Weilers Ziegelhütte (1232 – 1971). Die Anwesen wurden wegen der Nähe zur „Staatsgrenze West“ dem Erdboden gleichgemacht.



Mit dem aufstrebenden Unternehmen entwickelte sich auch das kleine, einst unbedeutende fürstlich-reußische Dorf (ein Rittergut, 17 Häuser) zu Wohlstand und Größe. Zur Rechten sehen wir die Mündung der Selbitz, deren Wasser in Millionen von Jahren das angrenzende wildromantische Höllental geschaffen haben.



Wenn wir nun in Richtung Blankenstein (E) gehen überschreiten wir auf dem Bürgersteig die Saale. Von hier aus fällt unser Blick auch auf die deutschlandweit bekannte und bedeutende, von Anton Wiede 1803 gegründete ZPR, der Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal (= Flurbezeichnung).



Noch vor dem Brückenende steigen wir die Stufen hinab auf das weiträumige Gelände am Selbitzufer. Wir gehen an einem Einkaufsmarkt vorbei, stoßen auf dem Rennsteig und erreichen schon nach wenigen Metern gemeinsam über die Selbitzbrücke hinweg das „Drehkreuz des Wanderns“ in Untereichenstein (1,5 km).         



  



Ein „Drehkreuz des Wanderns“ – am Ende/Anfang des Wanderweges



Nach der Jahrtausendwende hat sich Untereichenstein/Blankenstein, beide an der Selbitz – kurz vor der Mündung in die Saale – gelegen, zu einem „Drehkreuz des Wanderns“ entwickelt. Denn nicht weniger als vier zertifizierte Wanderwege nehmen hier ihren Anfang, bzw. ihr Ende.



Der älteste und wohl auch bekannteste Wanderweg ist der Rennsteig. Er beginnt an Selbitz und Saale und führt als Höhenweg 168,3 km lang auf der Kammlinie des Frankenwaldes und vor allem des Thüringer Waldes über Oberhof und den Großen Inselsberg nach Hörschel an der Werra.



Der Frankenweg hat eine Länge von 520 Kilometer und führt vom Rennsteig zur Schwäbischen Alb. Im Frankenwald reicht die Wanderstrecke rund 120 km von Untereichenstein über den Döbraberg, die Radspitze und die Städte Kronach und Kulmbach bis nach Görau am Görauer Anger. Der Wanderer lernt dabei drei typische Frankenwald-Landschaften kennen: den „Handweber-Frankenwald“, den „Flößer-Frankenwald“ und das fränkische Bruchschollenland.



Der 425 km lange Fränkische Gebirgsweg hat ebenfalls an diesem „Drehkreuz des Wanderns“ seinen Anfang. Die abwechslungsreiche Wanderung führt ebenfalls als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“, durch den Naturpark Frankenwald, das Fichtelgebirge, die Fränkische Schweiz und die Frankenalb. Er beginnt am Ufer der Selbitz an der bayerisch-thüringischen Grenze in Untereichenstein im Frankenwald und endet im Tal der Pegnitz bei Hersbruck in der Frankenalb. Im Tourenheft des Tourismusverbandes Franken kann man den Wegeverlauf nachlesen.



Der Kamm wertet als Vierter im Bunde dieses „Drehkreuzes“ an Selbitz und Saale auf. Der 1904 eröffnete, in den 30-er Jahren des 20. Jahrhunderts einst längste Fernwanderweg im deutschen Sprachraum soll künftig einmal drei Länder verbinden: Deutschland, Tschechien und Polen. Er führte die Kammlinien von Elstergebirge, Erzgebirge, Böhmische Schweiz, Lausitzer Gebirge, Isergebirge, Riesengebirge, Glatzer Bergland entlang bis hin zum Altvatergebirge, dessen verfallener 32,5 m hohe vielstöckige „Altvaterturm“ (Einweihung 1908) heute, genau nachgebildet,

den Gipfel des Wetzsteins (792 m) bei Lehesten krönt. Die gegenwärtig zertifizierte Strecke von 287 km führt von Untereichenstein/Blankenstein über den Dreifreistaatenstein, Schöneck, Morgenröte-Rautenkranz, Johann-Georgenstadt, Oberwiesenthal, Jörgstadt und Seiffen nach Altenberg.

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Tourinfos

Über diese Tour

Startort: Selbitzplatz-Wanderparkplatz Schwierigkeit: mittel Dauer: 6.7 h Länge: 27.7 km Höhenmeterdifferenz: 720 m Maximale Höhe: 618 m Minimale Höhe: 416 m

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Frankenwaldverein e.V.

Karlsgasse 7, D-95119 Naila

96317  Kronach

T: 09282/3646

info@frankenwaldverein.de

https://www.frankenwaldverein.de/

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Frankenwaldverein e.V.

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