Kriterien Qualitätsregion Wanderbares Deutschland

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Zertifizierung Qualitätsregion Frankenwald

Die Kriterien des Deutschen Wanderverbandes

– Kriterienkatalog –

Wanderregion
Eine Qualitätsregion Wanderbares Deutschland ist eine Region, die

  • sich in der Wanderwegeinfrastruktur, der Beherbergung und dem Service ganz dem Wandern verschrieben hat

  • mindestens fünf Tage abwechslungsreichen Wanderurlaub ermöglicht

  • vom Gast als abgeschlossene Region wahrgenommen wird

  • sich als abgeschlossene Region vermarktet

  • organisatorisch als Einheit auftritt


44 Kriterien für die Qualitätsregion Wanderbares Deutschland

  • 13 Kriterien Wanderwegenetz/Beschilderung

  • 6 Kriterien Gastgeber

  • 10 Kriterien Service für Wanderer

  • 8 Kriterien Tourist-Informationen

  • 7 Kriterien Organisation


© Deutscher Wanderverband Service GmbH
Erstellung:  Hans-Georg Sievers (Planungsbüro für Wandertourismus), im Auftrag und in Zusammenarbeit mit der Deutscher Wanderverband Service GmbH und den regionalen Vertretern aus den Modellregionen (Dübener Heide, Frankenwald, Sauerland Wanderdörfer, Spessart Räuberland, Westerwald, Zweitälerland)

1. Qualitätskriterien Wege/Infrastruktur

1.1. Wanderwegenetz (Vernetzung nach Innen)

Alle wichtigen Ausgangspunkte und Ziele innerhalb der Region sind an das Wanderwegenetz angebunden. Das Wanderwegenetz ist zusammenhängend und enthält möglichst alle aus­markierten Wanderwege.

1.2. Wanderwegenetz (Vernetzung nach Außen)
Alle wichtigen Ziele außerhalb der Region – bis zu einem Abstand von 5 Kilometern – sind an das Wanderwegenetz angebunden.

1.3. Wanderwegenetz: Abdeckung der Region
Das Wanderwegenetz erschließt mindestens 75 % der gesamten Wanderregion.

1.4. Wanderwegenetz: Wanderfreundliches Wegeformat
Das Netto-Wegenetz erfüllt folgende Grenzwerte für das Wegeformat:
Verbunddecke: max. 30 % des Wegenetzes
Auf befahrener Straße: max. 5 % des Wegenetzes
max. 300 Meter am Stück (nur außerhalb geschlossener Ortschaften)
Neben befahrener Straße: max. 10 % des Wegenetzes
max. 3.000 Meter am Stück

1.5. Einheitliches Wege- und Beschilderungskonzept
Das gesamte Wanderwegenetz ist nach einer einheitlichen und durchgängigen Systematik für die Wege, die Markierung und die Wegweiser ausgeschildert.

1.6. Vernetzung mit Wegweisern
Das Wanderwegenetz ist an den wichtigsten Knotenpunkten markierter Wanderwege durch Wegweiser mit mindestens einer eindeutigen Richtungsangabe (Ziele + Entfernung) pro Wanderrichtung aus­geschildert. Welche Knotenpunkte mit Wegweisern ausgeschildert werden, ist in einem ausformulierten Konzept dargelegt.
Insgesamt sind mindestens 50 % der Knotenpunkte mit Wegweiser beschildert.

1.7. Wanderfreundliche Markierung
Alle Strecken des Wanderwegenetzes sind wanderfreundlich nach den Regeln für Qualitäts­wanderwege markiert.

1.8. Ausgangspunkte Qualitätsregion: Abdeckung Region
Von den Ausgangspunkten Qualitätsregion sind alle Ziele der Region innerhalb einer maximalen Distanz von 6 Kilometern erreichbar.

1.9. Ausgangspunkte Qualitätsregion: Ausstattung
Alle Ausgangspunkte Qualitätsregion für Wanderwege sind mit ausreichend Informationen für Wanderer ausgestattet.
Auf die Ausgangspunkte Qualitätsregion wird an den Durchgangsstraßen oder an Bahn­höfen/Bushaltestellen durch ein deutliches Schild hingewiesen.

1.10. Ausgangspunkte Qualitätsregion: Anbindung Gastronomie
Für mind. 80 % der Ausgangspunkte Qualitätsregion ist ein Gasthaus innerhalb einer Wanderung auf dem Wegenetz von 6 Kilometern oder im Abstand von einem Kilometer (mit Hinweisschild) erreichbar.

1.11. Ausgangspunkte Wanderwege: Ausstattung
Weitere Ausgangspunkte für Wanderer sind an das Wanderwegenetz angeschlossen und mit Wegweisern ausgestattet.

1.12. Qualitätstouren
In der Region sind ausreichend Qualitätstouren (Halbtages-Rundtouren mit einer Mindestlänge von 5 Kilometern) möglich, die eigene Qualitätskriterien erfüllen:

  • naturnaher Untergrund: mind. 35 %

  • schlecht begehbarer Untergrund: max. 5 %

  • Verbunddecke (Asphalt, Teerdecken, Verbundsteine): max. 20 %

  • auf befahrener Straße max. 300 Meter am Stück

  • durchschnittlich mindestens 1 Landschaftswechsel pro 2 km (oder attraktive Naturlandschaft von mindestens 2 km ersetzt 1 Wechsel)

  • durchschnittlich mindestens 1 Natur- oder Kulturattraktion pro 2km

  • durchschnittlich mindestens 1 Vernetzungsknotenpunkt pro 2 km

  • Qualitätstouren beginnen an einem Ausgangspunkt Qualitätsregion.

1.13. Prädikatswanderweg
In der Wanderregion verläuft mindestens 1 Prädikatswanderweg, der länger als 20 Kilometern ist.

2. Qualitätskriterien Gastgeber

2.1. Bandbreite Angebot

Folgende Unterkunftskategorien müssen in der Wanderregion vorhanden sein:

  • Hotels

  • Pensionen

  • Privatzimmer

  • Ferienwohnung

  • Gruppenunterkunft/Jugendherberge

  • Campingplatz oder Wohnmobilstellplatz

Ab einer Fläche von 500 qkm mindestens je 2 Angebote/Betriebe

2.2. Verteilung in der Fläche
Im Abstand von max. 15 Kilometern (Anfahrt) von einem Ausgangspunkt Qualitätsregion gibt es mindes­tens 2 Unterkunftsangebote.

Erfüllungsquote: 80 % der Ausgangspunkte

2.3. Qualitätsgastgeber Wanderbares Deutschland

In der Wanderregion sind durchschnittlich mindestens 2 Qualitätsgastgeber Wanderbares Deutschland pro 100 km2 (0,02 pro 1 km2) vorhanden, Mindestanzahl: 5 Qualitätsgastgeber

2.4. Wanderkompetenz Gastgeber: Weitervermittlung
Die Wanderregion stellt sicher, dass alle Gastgeber der Region über eine kompetente Stelle/Person zur Wandererberatung informiert und mit Material für die Kennzeichnung an der Rezeption versehen sind.

2.5. Wanderkompetenz Gastgeber: Newsletter Wandern

Alle Gastgeber werden regelmäßig mit einem Newsletter über neue Entwicklungen beim Wandern, Veränderungen im Wanderangebot der Region und Veränderungen im Wander­wegenetz informiert.

Regelmäßig = mind. 2 x im Jahr

2.6. Wanderkompetenz Gastgeber: Fortbildung

Für Gastgeber wird innerhalb der Wanderregion 2 x im Jahr eine Fortbildung zum Thema Wandern angeboten.

3. Qualitätskriterien Service für Wanderer

3.1. Angebotsvielfalt
In der Wanderregion gibt es Angebote zu verschiedenen Themen oder zu speziellen Arten von Wanderungen.

3.2. Wanderkarte
Die gesamte Wanderregion wird in einer oder mehreren aktuellen Wanderkarten abgebildet.

3.3. Wanderbroschüre
Eine spezielle Wanderbroschüre beschreibt die Region und gibt Vorschläge für Wande­rungen.

3.4. Imagebroschüre
In der Imagebroschüre der Region widmet sich mindestens eine Doppelseite ausschließlich dem Thema Wandern.

3.5. Internetpräsenz Wandern
Auf der Homepage präsentiert sich die Region als Wanderregion:

  • Auf der Einstiegsseite ist das Thema Wandern auf den ersten Blick erkennbar

  • Es gibt eine spezielle Seite, die sich dem Thema Wandern widmet mit Darstellung des Wegenetzes

  • einzelnen Tourentipps

3.6. Interaktive Wanderkarte
In die Homepage ist eine aktuelle interaktive Wanderkarte für die gesamte Region mit folgenden Ausprägungen integriert:

  • Darstellung des gesamten Wanderwegenetzes

  • Darstellung von (Rund-) Wandertouren mit Beschreibung

  • Auswahl nach Ausgangspunkten und Zielgruppen möglich

  • Downloadfunktionen für die gewählte Wandertour

3.7. Mobilität
10 Prozent der Ausgangspunkte Qualitätsregion sind innerhalb der Saison (April bis Oktober) täglich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

3.8. Wanderausrüstung
Innerhalb der Wanderregion gibt es mindestens 1 Servicestelle für den Kauf, den Verleih oder die Reparatur von Wanderausrüstung. Maximale Entfernung: 25 Kilometer.

3.9. Geführte Wanderungen
In der Wanderregion werden regelmäßig geführte Wanderungen zu bestimmten Themen angeboten. Das Angebot ist zu veröffentlichen.
25 % des Angebots werden von zertifizierten Wanderführern oder Natur- und Landschafts­führern durchgeführt.
Die Buchung von Wanderführern ist möglich.

3.10. Wanderpauschalen
Die Wanderregion bietet für Gäste regelmäßig von April bis Oktober verfügbare spezielle Wanderpauschalen an.

4. Qualitätskriterien Tourist-Informationen

4.1. Tourist-Informationen: Abdeckung der Region
In der Region sind ausreichend Tourist-Informationen vorhanden. Von allen Ausgangspunkten Qualitätsregion aus beträgt die maximale Entfernung zu einer Tourist-Information, die auch an Samstagvormittagen geöffnet hat, maximal 25 Kilometer.

4.2. Lage
Die Tourist-Information(en) liegen in zentraler Lage und sind gut erreichbar

4.3. Wanderkompetente Mitarbeiter
Während der Öffnungszeiten ist mindestens 1 Mitarbeiter verfügbar, der Wanderer kompetent beraten kann.

4.4. Präsenz des Themas Wandern
Bei der Tourist-Information ist von außen und von innen das Thema Wandern auf den ersten Blick erkennbar.

4.5. Auslage Wandern
In der Tourist-Information ist gibt es einen separaten Themenbereich Wandern, der um­fassend mit den wichtigsten Broschüren und Karten bestückt ist. Der Themenbereich Wandern ist auf den ersten Blick erkennbar.

4.6. Aktuelle Informationen
In der Tourist-Information sind jederzeit aktuelle Informationen zum Wandern einsehbar.

4.7. Verkauf Infomaterial
In der Tourist-Information werden die wichtigsten Wanderkarten verkauft.

4.8. Telefonische Erreichbarkeit
Außerhalb der Öffnungszeiten der Tourist-Information ist ein Mitarbeiter erreichbar, der Fragen von Wanderern/Gästen beantworten (oder weiterleiten) kann.

5. Organisation

5.1. Rahmenvereinbarung
Zwischen allen Partnern im Bereich Wandern wird eine Rahmenvereinbarung zur Förderung und Unterstützung des Wanderns in der Region abgeschlossen.

5.2. Vereinbarung Betreuung Wanderwege & Wanderwegebeschilderung
Zwischen den Partnern im Bereich Wandern wird eine schriftliche Vereinbarung oder ein Vertrag geschlossen, um die Zuständigkeiten für die Betreuung der Wanderwege und der Wanderwegbeschilderung zu regeln.

5.3. Naturschutz und Nachhaltigkeit
Die Wanderregion stellt sicher, dass das Wanderwegenetz und die touristische Vermarktung der Qualitätsregion nicht das Prinzip der Nachhaltigkeit durchbrechen. Naturschutzbelange sowie die Sicherung der Wegepflege und Markierungsgarantien sind über den gesamten Nutzungszeitraum des Prädikats zu gewährleisten.

5.4. Regelung bei Wegsperrungen
Der Umgang mit Sperrungen der Wanderwege ist geregelt.

5.5. Regelung Rettungsdienst
Der Versorgung und Bergung verunglückter Wanderer ist geregelt.

5.6. Digitale Wegeverwaltung
Das Wanderwegenetz und die Wegweiser werden digital verwaltet.

5.7. Ansprechpartner Wandern
In der Wanderregion gibt es für die Wanderthemen „Service & Gastgeber“ und „Wegenetz & Beschilderung“ einen oder zwei zentrale Ansprechpartner.