
Vor dem 1. Weltkrieg gab es in diesem landwirtschaftlich kargen Gebiet mehr als 3000 Handweber. Sie stellten vor allem Schals und Tücher her, die von Helmbrechts aus in die ganze Welt exportiert wurden: Gürteltücher nach Afghanistan und in die Türkei, Ponchos nach Südamerika, sogar Gebetsteppiche nach Persien. Die Tradition wahrte man: Neben namhaften Unternehmen verschiedenster Bereiche der Textilbranche hat der größte Schalhersteller der Welt seinen Sitz in Helbmrechts. Nach wie vor sind Hausweber für diesen Betrieb tätig.
Die Arbeitswelt dieser Menschen und ihrer Familien veranschaulicht im Museum eine Handweberstube mit Jacquardwebstuhl und eine vollständig eingerichtete mechanische Hausweberei. Schauvorführungen vermitteln dem Besucher einen lebendigen Eindruck von den Arbeitsbedingungen. Noch das Getöse der lärmenden Webmaschinen im Ohr, kann er am Übungswebstuhl selbst sein Geschick erproben.
Der Grundstock für die Ausstattung des Oberfränkischen Textilmuseums wurde 1923 gelegt. Heute gehört die Sammlung von Mustertüchern - ein Anziehungspunkt für Fachleute aus aller Welt - zu den bedeutendsten Deutschlands. Allein 1200 Tücher zeugen von der hohen Handwerkskunst der oberfränksichen Hausweber.
Die Multivision "Alles hängt an einem Faden", Sonderausstellungen, Vorträge und Videovorführungen ergänzen das Programm des Museums: "Erfolge der Vergangenheit - Leistung der Gegenwart - Chancen für die Zukunft". Die Studiensammlung und das Firmenarchiv stehen dem Fachbesucher und interessierten Laien offen.
Öffnungszeiten:
Di.-Fr. von 10:00-12:00 Uhr und 14:00-16:00 Uhr, Sa. u. So. und Feiertage 10:00-16:00 Uhr und nach Vereinbarung.
Preise:
Erwachsene: 2,- Euro; Vereinsmitglieder und Gruppen ab 10 Personen: 1,50 Euro; Kinder/Jugendliche/Studenten/Schwerbehinderte: 1,- Euro. Führungen bis 25 Personen: 15,- Euro zzgl. Eintrittspreis.
Anfahrt:
Über A9, Ausfahrt Helmbrechts-Münchberg, Richtung Helmbrechts, in Helmbrechts ausgeschildert.
Weitere Museen und Sammlungen im Frankenwald finden Sie hier.
Mehr zum Thema Textilherstellung im Frankenwald: Weberhaus Marlesreuth, Weberhaus Neudorf, Internationale Spitzensammlung und Klöppelschule





