
Johann Paul Friedrich Richter - wie er bürgerlich hieß - wuchs in dem kleinen Dorf bei Hof als Sohn des Pfarrers Johann Christoph Richter (1727 - 1779) auf. Er nannte Joditz seinen "geistigen Geburtsort", wo er vom 2. bis zum 13. Lebensjahr 11 prägende Jahre verbrachte. In seiner Biographie beschreibt er diese Zeit zwar ärmlich beengt, jedoch als die glücklichste Phase seines Lebens. In seiner "Selberlebensbeschreibung" widmet er Joditz das längste Kapitel. Seinem Joditzer Lehrer Knieling setzt er in der Idylle "Leben des vergnügten Schulmeisterlein Maria Wutz in Auenthal" ein literarisches Denkmal...
Das Museum befindet sich im ehemaligen Pfarrgarten. Im Gartenhäuschen, von Jean Paul Lusthäuschen genannt, lernte der Vater seine Sonntagspredigten und die Kinder, im Gras liegend, ihre Grammatik-Lektionen. Wo das Gartenhaus stand, wurde 1893 ein Weberhäuschen errichtet. In seinen Räumen werden Person, Leben und Werk des Dichters dokumentiert: im unteren Trakt und in der Scheune die Kindheitsjahre, im oberen Trakt das Leben des erfolgreichen Autors mit all seinen Schrullen und seiner Liebe zum Bier. Ausgestellt sind nahezu alle Erstausgaben Jean Pauls und viele seiner Zeitgenossen. Die Handbibliothek enthält über 500 Titel mit über 1000 Bänden.
Öffnungszeiten:
Geöffnet jedes 1. Wochenende im Monat, Samstag und Sonntag 10:00-17:00 Uhr und nach Voranmeldung.
Preise:
Erwachsene 1,50 Euro; ermäßigt: 0,50 Euro; Gruppenpreis nach Absprache
Übrigens:
Wer auf den Spuren Jean-Pauls wandeln will, der ist zu einer Wanderung mit insgesamt 10 literarischen Stationen zwischen Joditz und Hof eingeladen. Auf 12 km Länge führt der Weg von Joditz aus über Fattigsmühle, Saalenstein und Unterkotzau bis zum Jean-Paul-Brunnen in der Hofer Innenstadt. Der Infoflyer zur Wanderung ist in den Tourist-Informationen der beteiligten Orte oder im Museum erhältlich.
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