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Flößerei im Frankenwald

Wo das Wasser Balken hat...

In der Flößerei treffen sich Wald und Wasser, Vergangenheit und Gegenwart.

Die Flößerei im Frankenwald hat eine lange Tradition, schon 1386 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. Durch seinen Waldreichtum und die vielen Wasserläufe bot der Frankenwald günstige Voraussetzungen für den Holzhandel und die Flößerei, den Holztransport zu Wasser. Seit dem Mittelalter versorgten die Frankenwald-Flößer das Main- und Rheingebiet mit Bauholz und zahlreichen anderen Holzprodukten. Sogar Amsterdam steht zum Teil auf Pfählen aus Frankenwald-Holz - darauf ist man im Frankenwald heute noch stolz.

Mit der Zunahme des Holzgeschäftes wurde auch die Bedeutung der Fichte immer größer: Sie ist schnell wachsend, leicht und damit gut "floßbar" und qualitativ hochwertig. Die Nachfrage war groß und die Fichte verdrängte andere Baumarten, sie wurde zum "Brotbaum des Frankenwaldes" und die lange Zeit für den Frankenwald typischen Fichtenwälder entstanden.

Floßteiche, Wehre und Floßgräben veränderten die Landschaft, die Flößerei prägte viele Siedlungen und ihre Struktur. Zeitweise wurde am Holz sehr gut verdient, vor allem durch die Waldbesitzer und die Floßherren, die den Handel betrieben und häufig Miteigentümer von Schneidmühlen waren.

Am allerwenigsten profitierten jedoch die Floßknechte. Sie betrieben die nicht zunftmäßig geregelte Flößerei teilweise hauptberuflich, teilweise aber auch nur nebenberuflich. Der Alltag der Flößer war hart. Man kann das nachvollziehen, wenn ein alter Flößer von seiner ersten Floßfahrt nach Holland erzählt, bei der dem damals noch jungen Burschen fast die Hände erfroren.

Die gewerbliche Flößerei gibt es im Frankenwald aber schon lange nicht mehr. Etwa ab der Mitte des 19. Jahrhunderts zeichnete sich durch die Eröffnung des Ludwig-Main-Donau-Kanals und die Main-Kanalisierung, aber auch durch die neuen Transportmöglichkeiten auf Schienen und Straßen allmählich ein Niedergang der alten Flößerei ab. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die Flößerei dann ganz zum Erliegen. Viele holzwirtschaftliche Betriebe konzentrierten sich auf die Verarbeitung vor Ort und den Transport der Halbfabrikate auf Schiene und Straße. Zudem wurden Billighölzer aus Osteuropa zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für die heimische Holzwirtschaft.

Eines ist den Flößern aber erhalten geblieben: der Stolz auf ihre Wurzeln.Die Flößerei im Frankenwald ist eine geachtete und gern gepflegte Tradition. Flößergemeinschaften in Flößerorten wie Wallenfels, Unterrodach, Friesen oder Neuses halten dieses Erbe hoch und an Nachwuchs mangelt es nicht.

Um die Flößer ranken sich zahlreiche Legenden:
Sie seien rauh, urwüchsig, naturverbunden, frei von Konventionen, Frauenhelden und trinkfest gewesen. Letzteres erklätrt sich auch dadurch, dass ihnen tarifvertraglich täglich fünf Liter Bier zustanden. Man sagt, dass so mancher Flößer auf dem Rückweg in den Frankenwald seinen gesamten Lohn in alkoholische Vergnügungen umgesetzt habe. Auch heute stößt man gerne an, mancher noch mit dem "Blechla", dem traditionellen Blechkrug der Wallenfelser Flößer.

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